Grüne drängen auf "Energiewende"

1. Oktober 2002, 14:29
7 Postings

Maßnahmen für Klimaschutz präsentiert: Klimaschutzmaßnahmen und ökologischer Hochwasserschutz gefordert

Wien - Die Themen Klimaschutz und ökologischer Hochwasserschutz standen am Dienstag im Mittelpunkt einer Grünen Klubklausur in Wien. Präsentiert wurde dabei von der stellvertretenden Klubchefin Eva Glawischnig ein Maßnahmenpaket. Die zentralen Forderungen: Eine Energiewende mit Ausstieg aus Atom und Erdöl hin zur Solarenergie, die rasche Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen und ein ökologischer Hochwasserschutz. "Die Lage ist sehr ernst, wir haben einen enormen Aufholbedarf, aber auch Chancen", betonte Glawischnig.

Das grüne Maßnahmenpaket sei auch ein "wichtiger Baustein für die Wahl, aber auch danach. Sei es als Regierungspartei oder in der Opposition", so die Umweltsprecherin. Angesprochen, welche der drei Punkte, Mindeststandards für eine Koalition seien, erklärte sie: "Alle".

Was die Kosten für das Grüne Programm betrifft geht Glawischnig von 200 Mill. Euro zusätzlich im Jahr aus. Die Finanzierung kann sie sich unter anderem durch Umschichtungen aus dem Katastrophenfonds vorstellen. Außerdem wäre es sinnvoll, die Rücklagen aus diesem Fonds für die Vorsorge einzusetzen, anstatt sie immer wieder für das Budget auszugeben, so Glawischnig.

Seit der Klimakonferenz von Toronto habe es viele Bekenntnisse gegeben, aber "verdammt wenig weitergegangen", erklärte Bundessprecher Alexander Van der Bellen. Seit 1990 etwa seien die Emissionen von Treibhausgasen deutlich gestiegen. "Das sind deprimierende Fakten, aber zu spät ist es nie", ist Van der Bellen überzeugt. Jetzt gehe es darum, die Klimaveränderung durch den Treibhauseffekt zumindest zu "behindern". Für ein "verhindern" sei es nämlich zu spät.

Klimaschutz sei auch moderne Wirtschaftspolitik, betonte Glawischnig. So könnten dadurch etwa Arbeitsplätze geschaffen werden. Außerdem sei gerade jetzt nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe erneut der Zeitpunkt gekommen, das Thema anzusprechen. Die 7,5 Mrd. Euro Schäden allein in Österreich würden bei weitem den finanziellen Aufwand übersteigen, der für Hochwasser- und Klimaschutzmaßnahmen notwendig wäre.

Im Hinblick auf die Hinwendung zu erneuerbaren Energien verlangen die Grünen auch ein Ökostromgesetz, das "diesen Namen auch verdient", wie Glawischnig betonte. Gleichzeitig unterstrich sie auch den positiven Effekt der so genannten Energieeffizienz: Schon mit wenig Aufwand könnte etwa im privaten Haushalt 25 Prozent eingespart werden. Eine weiter Forderungen der Grünen betrifft auch die ökologische Steuerreform.

Der Klimawandel findet jetzt statt und beschleunigt sich, bestätigte Dr. Helga Kromp-Kolb vom Institut für Meteorologie und Physik der Universität für Bodenkultur in Wien. Und der Klimawandel finde auch in Österreich statt. Auch die Zunahme von Extremereignissen passe in dieses Bild. So komme es etwa auch in Österreich zu einem deutlichen Temperaturanstieg. Auswirkungen seien dabei etwa der Rückgang der Gletscher oder auch der frühere Frühlingsbeginn. Verhindert werden können der Klimawandel nicht mehr, aber immerhin gemindert, so Kromp-Kolb. (APA)

Share if you care.