Erna Furman, Kinder-Psychoanalytikerin und Mitarbeiterin Anna Freuds, ist tot

1. Oktober 2002, 14:06
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Washington - Die aus Österreich stammende Kinder-Psychoanalytikerin Erna Furman ist im Alter von 76 Jahren in den USA gestorben. 1926 wurde sie als Erna Maria Poppe in Wien geboren. 1938 floh die Familie vor den Nationalsozialisten nach Prag. Vier Jahre später wurden sie ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

Im Lager kümmerte sich die damals selbst noch sehr junge Erna Poppe um Kinder, die einen oder beide Elternteile verloren hatten. Sie führte ein Tagebuch und machte Zeichnungen vom Lageralltag, die später international ausgestellt wurden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes emigrierte sie in die Vereinigten Staaten, berichtet die "New York Times" in einem Nachruf.

In ihren gemeinsam mit der Psychoanalytikerin Anna Freud durchgeführten Studien zeigte sie auf, dass schon Kleinkindern beim Verlust eines Elternteils geholfen werden kann, diesen Schmerz psychisch besser zu verkraften. Zuvor hatte die Psychologie dem Leiden der Kleinsten in derartigen Fällen zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Ihr Buch "Wenn ein Kind Eltern verliert" wurde 1975 von der Amerikanischen Gesellschaft für medizinische Veröffentlichungen ausgezeichnet. 1999 wurde Furman in Anerkennung ihrer Verdienste um Kinder-Psychologie und Psychoanalyse zum Ehrenmitglied der Amerikanischen Psychoanalytischen Vereinigung ernannt. (APA)

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