Ortsbezogene Dienste via Handy finden bisher nur geringe Akzeptanz

1. Oktober 2002, 13:14
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Ericsson Austria kritisiert Einwände von Datenschützern

Ortsbezogene Dienste via Handy - so genannte Location Based Services (LBS) - finden bisher nur geringe Akzeptanz bei den österreichischen Handyusern. Der Telekomausrüster Ericsson sieht einen Grund dafür im fehlenden Marketing der Mobilfunkbetreiber und in den teils massiven Vorbehalten von Datenschutzvertretern. Über ortsbezogene Dienste kann der Handyuser in fremden Städten seinen Standpunkt bestimmen lassen und dadurch beispielsweise Wegbeschreibungen und Infos über nahe Restaurants, Taxistände, Apotheken, Behörden oder Hotels via Handy abrufen.

Kaum Akzeptanz der Handybenützer

Ortsbezogene Dienste seien in Österreich zwar am Markt und die Technologie sei bereit, doch mangle es an der Akzeptanz der Handybenützer, sagte Ericsson Austria-Solution Manager für Mobile Internet, Gernot Singer, am Dienstag, bei einem Pressegespräch in Wien. Die Kunden seien schlecht informiert oder verängstigt, weil ausreichendes Marketing und Information durch die Mobilfunkbetreiber fehle.

Vorbehalte der Datenschutzvertreter

Die häufig geäußerten Vorbehalte der Datenschutzvertreter - etwa der ARGE Daten - gegenüber ortsbezogenen Diensten wegen einer möglichen unerlaubten Nutzung oder Überwachung von einzelnen Personen seien unbegründet, da eine Ortsbestimmung ohne Einverständnis des Mobilfunkbetreibers nur in Ausnahmefällen - etwa bei einem Unfall-Notruf - möglich sei, ist Singer überzeugt.

Hoffnung UMTS

Ericsson hofft auf einen Durchbruch der ortsbezogenen Dienste spätestens mit der dritten Handytechnologie UMTS (Universal Mobile Telecommunications Systems). Mit UMTS sei eine noch genauere Positionierung des Handybenützers möglich, da die Technologie kleiner Funkzellen und kleinere Signalwellenlängen aufweise. Außerdem könnten über die höhere Bandbreite von UMTS umfangreichere Anwendungen angeboten werden. Ortsbezogene Dienste würden auch an Attraktivität gewinnen, wenn sie mit anderen Diensten - etwa Instant Messaging - kombiniert würden.

Reichhaltige Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten für Location Based Services seien vielfältig und reichten von Informationsdiensten, Sicherheitsanwendungen - etwa bei Unfällen - über Tracking (Flottenmanagement, Navigation und Telematik) bis zu Spielen oder Chatting, betonte Singer. Mit LBS werde auch eine ortsbezogene Vergebührung und eine Personalisierung von Diensten auf den Handyuser möglich. (APA)

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