Thomson-Chef Breton soll France Telecom sanieren

1. Oktober 2002, 19:30
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Nachfolge von Michel Bon offenbar entschieden

Die Berufung von Thomson-Multimedia-Chef Thierry Breton an die Spitze von France Telecom scheint beschlossene Sache. Übereinstimmenden Presseberichten zufolge soll der 47-Jährige am (morgigen) Mittwoch vom Verwaltungsrat des französischen Telekommunikationsunternehmens zum Nachfolger von Michel Bon bestellt werden.

Mit knapp 70 Milliarden Euro verschuldet

Weder der halbstaatliche Konzern noch das Wirtschafts- und Finanzministerium wollten dies am Dienstag kommentieren. Bon hatte am 12. September nach dem Ausstieg bei der deutschen Mobilcom seinen Rücktritt erklärt. France Telecom ist mit knapp 70 Mrd. Euro verschuldet. "Les Echos" schrieb, das Unternehmen habe bereits ein Einsparprogramm über sechs Mrd. Euro in den nächsten drei Jahren ausgearbeitet.

Sanierer

Breton gilt als Sanierer des französischen Elektronikkonzerns Thomson Multimedia. Seit seinem Amtsantritt 1997 stieg der Umsatz um 80 Prozent, der Konzern ist Marktführer bei Fernsehgeräten in den USA. Noch 1996 wollte die französische Regierung Thomson für einen symbolischen Franc an die südkoreanische Daewoo-Gruppe verkaufen.

Der Manager war zuvor zweiter Mann beim Computerunternehmen Bull und leitete Mitte der 80er Jahren den Freizeitpark Futuroscope im mittelfranzösischen Poitiers. 1984 schrieb er den Thriller "Soft-War", der sich rund 1,5 Millionen Mal verkaufte.

Entscheidung gefallen

Seine Nominierung als Chef von France Telecom solle noch am Mittwoch im Kabinett bestätigt werden, schrieb "Les Echos". Auch die Wirtschaftszeitung "La Tribune" und "Le Figaro" berichteten, die Entscheidung für Breton sei gefallen.(APA)

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