UN-Hilfswerk rügt mangelnde Kooperation Israels

1. Oktober 2002, 13:05
1 Posting

Entgegen öffentlichen Ankündigungen sei die Arbeit von Hilfsorganisationen nicht erleichtert worden

Genf - Israel hat entgegen aller öffentlichen Ankündigungen die Arbeit der internationalen Hilfsorganisationen in den Palästinensergebieten nicht erleichtert. Darauf hat der Sprecher des UN-Hilfswerkes für Palästinaflüchtlinge, Rene Aquarone, am Dienstag in Genf hingewiesen. Bisher gebe es nicht den versprochenen uneingeschränkten Zugang zu den Bedürftigen. Aus einer Krise sei inzwischen Routine geworden.

Aquarone beklagte, dass viele Mitarbeiter der Hilfsorganisationen nicht arbeiten könnten, weil Israel Probleme beim Ausstellen von Genehmigungen bereite. Er wies außerdem auf die schwierige Lage der Palästinenser hin, die seit mehr als zwei Monaten unter tagelangen Ausgangssperren rund um die Uhr litten.

Einschränkung der Arbeit

Wegen der Einschränkung der Bewegungsfreiheit seien allein im zurückliegenden Jahr für Lehrer des Hilfswerkes 72.000 Unterrichtsstunden sowie für Gesundheitsmitarbeiter 11.000 Arbeitsstunden ausgefallen, sagte Aquarone. Bei den israelischen Militäroperationen seien weiterhin Schäden an dem Gebäude des UN-Hilfswerkes in Höhe von mehr als einer halben Million Dollar entstanden. Wegen der Unterfinanzierung sei das Hilfswerk zur Kürzung von Lebensmittelhilfe im Gazastreifen und im Westjordanland gezwungen, obwohl nach letzten Studien dort die Unterernährung wachse, sagte Aquarone.

Nach zweijähriger Gewalt seit Ausbruch der Intifada beträgt die Arbeitslosigkeit in den Palästinensergebieten nach Angaben des Hilfswerkes rund 60 Prozent. Die Hälfte der Palästinenser lebt unter der Armutsgrenze.(APA/dpa)

Share if you care.