Steirisches Straßenmagazin "Megaphon" wird sieben Jahre alt

1. Oktober 2002, 12:20
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"Wir arbeiten fast kostendeckend"

Das einmal im Monat erscheinende steirische Straßenmagazin "Megaphon" wird dieser Tage sieben Jahre alt: Hinter der Publikation und der gleichnamigen Sozialinitiative steckt ein Team, dessen Anliegen in den vergangenen Jahren gleich geblieben sind - Verständigung zwischen verschiedenen sozialen Schichten, Verständnis für so genannte "Randgruppen" der Gesellschaft und das Bemühen um Ausländerintegration. Gearbeitet wird laut Chefredakteur Harald Schmied nach "professionellen Kriterien" bei Druck und Anzeigen.

Kein "Sommerloch"

Auch am "Megaphon" ist die generelle Absatzkrise der österreichischen Straßenzeitungen nicht unbemerkt vorbeigegangen. In Spitzenzeiten wurden pro Monat etwa 13.000 Hefte gedruckt und auch verkauft, seit vergangenem Jahr hat es ein Minus von zehn Prozent gegeben. Dem wurde laut Schmid erfolgreich gegengesteuert, indem neuerdings auch die Methoden der Straßenverkäufer durch Coaching-Seminare professionalisiert wurden: "Seither haben wir heuer kein 'Sommerloch' gehabt und den Rückgang egalisiert", so Schmied.

Derzeit sind landesweit 45 Straßenverkäufer unterwegs, außer der Landeshauptstadt Graz wird das "Megaphon" auch in Bruck, Knittelfeld, Deutschlandsberg, Gleisdorf, Hartberg, Leibnitz, Leoben, Voitsberg und Weiz angeboten. 50 Prozent des Verkaufspreises von zwei Euro behält der jeweilige Verkäufer. "Wir arbeiten fast kostendeckend", sagt der Chefredakteur. Die Caritas finanziert mit rund 200.000 Euro etwa zehn Prozent des laufenden Budgets, ein geringer Zuschuss kommt vom Magistrat Graz. Der Löwenanteil muss über Anzeigen herein gebracht werden, über weitere Sponsoren hält man sich bedeckt.

Straßenfußball-Weltmeisterschaft für Obdachlose

Im nächsten Sommer wird über das "Megaphon" in Graz in Zusammenarbeit mit der "Kulturhauptstadt Graz 2003" erstmals die Straßenfußball-Weltmeisterschaft für Obdachlose ("Homeless-Streetsoccer World Chamionship") ausgetragen. Zwischen 7. und 13. Juli werden 20 Teams aus allen Kontinenten - darunter auch die traditionell starken Kicker aus Südamerika - um den etwas anderen Fußball-Titel kämpfen. Allein durch diese Veranstaltung hofft Schmied die Erschließung neuer Sponsoren- und Unterstützungskreise. (APA)

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