Industriekonjunktur stagniert

1. Oktober 2002, 12:06
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Analysten rechnen mit rückläufigen Auslandsaufträgen - Produzierender Sektor im Aufwind

Wien - Nach Einschätzung der Volkswirte der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) stagniert die österreichische Industrie. Weiter rückläufig sind demnach die Auslandsaufträge, zusätzliche Aufträge bringe aber das Hochwasser. Für den Monat September zeigt der BA-CA Einkaufsmanager-Index mit 50,6 wenig Veränderung gegenüber dem August (50,4) Punkte. Einen wesentlichen Anteil an der abflachenden Konjunktur trägt laut BA-CA weiterhin die weltweite Wirtschaftslage, die von den befragten Einkaufsmanagern anhaltend negativ beurteilt wird, teilt die BA-CA am Dienstag mit.

Österreichs Industrie habe mit einer schrumpfenden Auslandsnachfrage zu kämpfen. Erst mit einer spürbaren Belebung der Weltwirtschaft werde auch Österreichs Industrie deutlich an Dynamik zulegen können, so BA-CA-Chefvolkswirtin Marianne Kager. Insgesamt wird die Auftragslage jedoch etwas besser beurteilt als im August, was auf zusätzliche Aufträge aus dem Inland zurückgeführt wird. "Einige Einkaufsmanager erwähnen zusätzliche Impulse durch hochwasserbedingte Investitionen", so Kager.

Die Ökonomen der BA-CA erwarten nun, dass das erreichte Niveau gehalten werden kann, eine weitere Fortsetzung der Erholung wird vorläufig jedoch nicht erwartet. Die Industrie dürfte demnach laut BA-CA-Ökonom Stefan Bruckbauer nur wenige Impulse für Österreichs schwache Wirtschaft bringen. Als Folge davon erwarten die Einkaufsmanager weiterhin eine rückläufige Industriebeschäftigung. Produzierender Sektor im Aufwind

Bei einer um 2,4 Prozent gesunkenen Beschäftigung hat der produzierende Sektor in Österreich (Sachgüterbereich und Bauwesen) im Juni 2002 einen Umsatzzuwachs um 6,4 Prozent gegenüber Juni 2001 erzielt, gibt Statistik Austria bekannt. Auf Betriebsebene lag die abgesetzte Produktion im Sachgüterbereich nominell mit 9,8 Mrd. Euro bei 562.757 unselbständig Beschäftigten um 5,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Bauwesen erwirtschafteten 4.454 Betriebe (minus 5,1 Prozent) mit 172.447 Beschäftigten (minus 3,8 Prozent) einen Produktionswert von 1,6 Mrd. Euro (plus 4,3 Prozent).

Für das 1. Halbjahr 2002 ergibt sich im produzierenden Bereich ein Umsatzanstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 1,7 Prozent auf insgesamt 64,9 Mrd. Euro. Der Sachgüterbereich kann eine positive Halbjahresbilanz vorweisen: Das Produktionsvolumen stieg um 1,4 Prozent und erreichte 56,4 Mrd. Euro. Die Auftragseingänge lagen mit 30,3 Mill. Euro um 1,3 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Bauwesen wurden im 1.Halbjahr 2002 rund 7,6 Mrd. Euro verbaut, um 1,18 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2001. Davon entfielen auf den Hoch- und Tiefbau 4,1 Mrd. Euro (+1,3 Prozent). Die Auftragseingänge zeigten mit einer Zunahme um 1,9 Prozent auf insgesamt 7,5 Mrd. Euro eine leicht steigende Tendenz. (APA)

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