Musiktheater im Kammerspielformat

1. Oktober 2002, 11:02
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Tiroler Landestheater konzentriert sich derzeit auf Kammerspiele

Innsbruck - Da das Große Haus des Tiroler Landestheaters in diesen Wochen und Monaten noch eine Baustelle ist, konzentriert sich das Bühnengeschehen derzeit auf die Kammerspiele. Dort wurde kürzlich mit der Shakespeare-Komödie "Viel Lärm um Nichts" eine Eröffnungspremiere gefeiert. In den nächsten Tagen und Wochen wird auch das Musiktheater ins Kleine Haus einziehen, kündigte Landestheaterintendantin Brigitte Fassbaender am Dienstag an.

Bereits am kommenden Freitag hat die Oper nach Strindberg "Die Gespenstersonate" von Aribert Reimann in den Kammerspielen Premiere. Diese vierte Oper des viel gespielten deutschen Komponisten ist als Auftragswerk der Berliner Festwochen dort 1984 uraufgeführt worden. Das vom Komponisten zusammen mit Uwe Schendel verfasste Libretto gründet auf August Strindbergs Kammerspiel "Die Gespenstersonate", das dieser 1907 für das Stockholmer "Intime Theater" geschrieben hatte. Daneben wurden drei Gedichte des schwedischen Dramatikers zu inhaltlichen Keimzellen der Oper, in der es um Verstrickung in verbrecherische Taten und menschliche Abgründe geht. Nach der Oper "Lear" setzt die Intendantin damit bereits das zweite Bühnenwerk Reimanns auf den Innsbrucker Opernspielplan. Mit der musikalischen Leitung wechseln sich Leif Klinkhardt und Dorian Keilhack ab, die Inszenierung betreut Thomas Oliver Niehaus, Bühne und Kostüme Bettina Munzer. Weitere Vorstellungen sind am 10., 24., 25., 27. und 30.Oktober angesetzt.

"Ich tanze mit Dir ..."

"Ich tanze mit Dir in den Himmel hinein" ist nicht nur der Titel eines alten Schlagers, den Lilian Harvey und Willy Fritsch in einem UFA-Film sangen, sondern auch jener der Uraufführung eines neuen Balletts von Jochen Ulrich, das am 16. Oktober im Kleinen Haus Premiere hat. Innsbrucks Tanztheaterchef hat außer der Choreographie nach Schlagern aus alten UFA-Filmen auch die Kostüme dazu entworfen. Die Bühne gestaltet Helfried Lauckner. "Mein Ballett wird eine Folge von locker gereihten Szenen über die Eroberung des Himmels sein. Das Fliegen ist ein Thema des Tanzes selbst und im klassischen Ballett durch den Spitzentanz aus dem Geist der Romantik technisiert und damit auch unterkühlt. Der moderne Tanz, um den es sich hier handelt, erreicht diesen Eindruck durch den flow, den Fluss der Bewegung, die sich bis zum Taumel und zum Rausch steigert. Auch der Sturz, wie bei Ikarus, gehört zu diesem Thema, das Wiederaufstehen und erneute Ausbreiten der Schwingen...", erläuterte der Ballettdirektor. Die 13 Tanzsolisten der Innsbrucker Compagnie finden damit wieder eine abendfüllende Herausforderung. Weitere Vorstellungen im Oktober gibt es am 19., 20. und 26.

Ab 11. Oktober geht das musikalische Ensemble auf Tirol-Tour und präsentiert an fünf Abenden bis zum 31.Oktober in den Bezirksstädten Lienz, Kufstein, Imst, Schwaz, Landeck eine Gala mit Highlights aus Opern, Operetten und Musicals von Bernstein bis Verdi. Im November folgen Gastspiele in Reutte, Kitzbühel und Mayrhofen.

Am 31. Oktober hat dann in den Kammerspielen Arthur Schnitzlers Schauspiel "Liebelei" in einer Inszenierung von Markus Völlenklee Premiere.

(APA)

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