Wahlen in Bosnien-Herzegowina

1. Oktober 2002, 10:59
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Wien - Sowohl auf gesamtstaatlicher als auch auf Ebene der beiden Gebietseinheiten (Bosniakisch-kroatische Föderation und Serbische Republik) finden am 5. Oktober Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Bundesweit werden Wahlen für das dreiköpfige Staatspräsidium, das aus je einem Moslem, einem Serben und einem Kroaten gebildet wird, sowie für das Abgeordnetenhaus und die Volksversammlung abgehalten.

Sowohl in der Föderation als auch in der Republika Srpska werden der Präsident und zwei Vizepräsidenten sowie die Parlamente der beiden Gebietseinheiten gewählt. Zudem finden in der Föderation Wahlen für die zehn Kantonalversammlungen statt. Insgesamt ringen 57 politische Parteien, neun Bündnisse und drei unabhängige Kandidaten um Mandate.

Das 51.129 qkm große Land ist seit der Unterzeichnung des Abkommens von Dayton (1995) geteilt: In die Bosniakisch-kroatische Föderation (51 Prozent) und die Serbische Republik (49 Prozent). Der allergrößte Teil der etwa 3,8 Millionen zählenden Bevölkerung setzt sich aus Bosniaken bzw. Moslems (etwa 44 Prozent), Serben (etwa 32 Prozent) und Kroaten (17 Prozent) zusammen. Weitere Volksgruppen stellen Montenegriner, Ungarn, Roma, Albaner und Juden dar.

Wegen der de-facto-Teilung des Landes ist das politische System Bosnien-Herzegowinas etwas kompliziert. Auf Bundesebene wird das dreiköpfige Staatspräsidium aus je einem Moslem, Serben und Kroaten direkt gewählt. Das Bundesparlament besteht aus einem Abgeordnetenhaus mit 42 direkt gewählten Mandataren (28 aus der Föderation, 14 aus der Republika Srpska) und der Volksversammlung mit 15 Mitgliedern (je fünf Bosniaken, Serben und Kroaten).

In der Föderation mit der Hauptstadt Sarajewo gibt es ebenfalls ein Zwei-Kammern-Parlament: Ein Abgeordnetenhaus mit 140 Mitgliedern und eine Kammer der Völker mit 74 Abgeordneten. Hingegen gibt es in Banja Luka, der Hauptstadt der Republika Srpska, nur ein Parlament mit 83 direkt gewählten Abgeordneten.(APA)

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