Nachfolger für Michael Greene

1. Oktober 2002, 10:50
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Neil Portnow ist neuer Präsident der "Grammy Academy"

Los Angeles - Neil Portnow ist der neue Präsident der National Academy of Recording Arts and Sciences (NARAS), die den weltweit bedeutendsten Preis für Musik, den Grammy, vergibt. Portnow folgt damit Michael Greene nach, der im April dieses Jahres zurück getreten war, meldete die Nachrichtenagentur Reuters heute, Dienstag. Der Vorsitzende der NARAS, Garth Fundis, sagte, Portnow sei gewählt worden, weil er die Branche durch seine Arbeit bei verschiedenen Plattenlabels kenne, über ausgezeichnete Kontakte zur Plattenindustrie verfüge und sich seit 20 Jahren ehrenamtlich für den Grammy einsetze.

Portnows Vorgänger Green hatte den Umsatz der NARAS verzehnfacht und den Grammy in seiner 13-jährigen Amtszeit zur wichtigsten Preisverleihung der Musikindustrie gemacht. Dann war er aber mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung konfrontiert worden. Obwohl keine Verfehlungen bewiesen werden konnten, räumte Greene das Feld und stieg aus dem Vertrag aus, der ihm zwei Millionen Dollar pro Jahr einbrachte. Laut Nachrichtensender CNN wurde er allerdings mit acht Millionen Dollar abgefertigt. Auch mit den beiden Frauen, die er belästigt haben soll, sei eine nicht detailliert genannte, außergerichtliche Einigung erzielt worden.

Der neue Grammy-Präsident Portnow hat angekündigt, die Grammy-Verleihung, die mittlerweile in viele Länder der Welt übertragen wird, zurück nach New York zu holen. Greene hatte nach Unstimmigkeiten mit dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani die Verleihung nach Los Angeles verlegt. Eine der Hauptaufgaben des neuen Grammy-Präsidenten soll zudem sein, die karitative "MusiCares Foundation" auszubauen. Diese gewährt finanzielle Unterstützung an verarmte und kranke Musiker.

(APA)

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