SPÖ präsentiert ihre Kindergeld-Version

1. Oktober 2002, 13:08
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Kuntzl rechnet im "Falter" nicht damit, dass es "viel teurer" als die schwarz-blaue Variante werde - "Kindergeldkonto" ähnelt Modell der Grünen

Wien - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl präsentiert in der am Mittwoch erscheinenden Ausgabe des Falter die rote Version des Kindergeldes.

Das SP-Modell zum Kindergeld

Das SPÖ-Modell ähnelt dem grünen Modell, das vergangene Woche vorgestellt wurde: Karenzkonto, das Recht auf Teilzeit und die Karenz blockweise zu konsumieren bis zum Schuleintritt des Kindes, keine Zuverdienstgrenze. Die SPÖ will aber anders als die Grünen den Kündigungsschutz auf die volle Karenzzeit ausdehnen und die Behaltefrist nach der Karenz von einem auf sechs Monate verlängern. Alleinerzieherinnen verspricht Kuntzl einen Zuschlag und das Recht auf einem Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Geburtstag des Kindes.

Kuntzl auf die Frage, warum die SPÖ das Kindergeld, das sie bei Einführung als "Frauenfalle" bezeichnet hatte, jetzt doch nicht mehr abschaffen, sondern verändern wolle: "Man kann derartige Maßnahmen nicht alle zwei Jahre verändern, das würde zu sehr in die Lebensplanung der Menschen eingreifen."

Finanzierung

Angesprochen auf das Versprechen des SP-Chefs Gusenbauer, dass das Kindergeld mit dem SP-Modell um "keinen Euro teurer" werden würde, meint Kuntzl gegenüber dem Falter:"Ich rechne nicht damit, dass es viel teurer wird, denn auch jetzt schöpfen die meisten Frauen das Kindergeld schon voll aus. Sie bleiben zweieinhalb Jahre zu Hause und haben dann große Schwierigkeiten, den Anschluß im Job zu finden."

Die Finanzierung des Kindergeldes findet Kuntzl allgemein "ungerecht. Es wäre zu überdenken, ob das Kindergeld weiter aus dem Familienlastenausgleichsfonds finanziert werden soll, wo Arbeitnehmerinnengeld drinnen liegt, oder ob man es aus dem normalen Budget nimmt."

Gemeinsame Obsorge bei Scheidung soll nicht der Regelfall bleiben

Sollte die SPÖ in die Regierung kommen, werde laut Kuntzl die gemeinsame Obsorge für die Kinder nach der Scheidung nicht der Regelfall bleiben, sondern Eltern hätten die Möglichkeit diese erst "nach einer einjährigen Abkühlphase" zu beantragen.

(rasch/red)

  • SPÖ-Bundes- Geschäftsführerin Andrea Kuntzl präsentiert im Falter-Interview die SP-Version des Kindergeldes
    montage: derstandard.at

    SPÖ-Bundes- Geschäftsführerin Andrea Kuntzl präsentiert im Falter-Interview die SP-Version des Kindergeldes

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