Schlumberger weniger prickelnd

1. Oktober 2002, 10:41
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Sektkellerei weist Quartals-Minus aus - "Konsumverweigerung" für Einbrüche am deutschen Markt veranwortlich gemacht

Wien - Nach dem Rückzug aus Frankreich ist der konsolidierte Außenumsatz des börsennotierten Sekt- und Spirituosenkonzerns Schlumberger (Wien) im 1. Geschäftsquartal 2002/03 (1. April bis 30. Juni) im Vorjahresvergleich um 3,6 Prozent auf 32,4 (33,6) Mill. Euro gesunken. Dabei waren die Umsätze auf dem deutschen Markt auf Grund einer regelrechten "Konsumverweigerung" stark rückläufig, während die vorwiegend am österreichischen Markt tätigen Gesellschaften leichte Erlöszuwächse verzeichneten.

Das konsolidierte EGT der Schlumberger-Gruppe (abzüglich der darin enthaltenen Anteile anderer Gesellschafter) erhöhte sich im Periodenvergleich auf 121.900 (101.700) Euro, wie das Unternehmen heute, Dienstag, im Zwischenbericht für das erste Vierteljahr bekannt gab. Das Quartalsergebnis lasse jedoch wegen der Dominanz des Weihnachtsgeschäftes keine verlässliche Auskunft über das zu erwartende Gesamtergebnis 2002/03 zu, wird betont.

Außenumsatz leicht erhöht

Insbesondere lasse sich das Konsumverhalten in den nächsten Monaten nicht voraussagen. Das generelle Konsumverhalten in Deutschland, das die Ergebnisse der Schlumberger-Gruppe nicht unerheblich beeinflusse, sei derzeit nach wie vor als rezessiv zu beurteilen. Der Spirituosenmarkt sei europaweit seit einigen Jahren rückläufig, so auch in Österreich. Der Sektmarkt ist im Jahr 2002 bisher rückläufig, was zu einem guten Teil auf die starke Verbreitung von Prosecco zurückzuführen sei.

Bei den Erlösen im ersten Geschäftsquartal konnte die Schlumberger Wein- und Sektkellerei AG (Wien) ihren Außenumsatz im Periodenvergleich um 1,7 Prozent auf 9,3 Mill. Euro leicht erhöhen. Diese positive Entwicklung gehe im Wesentlichen auf die gute Verkaufsentwicklung bei Stillweinen, Bier (Heineken) und einigen Trendspirituosen zurück. Der Sektumsatz sei von April bis Juni allerdings gesunken.

"Regelrechte Konsumverweigerung"

Der massive Umsatzrückgang um 13,9 Prozent auf 10,5 Mill. Euro in Deutschland (bei der Schlumberger GmbH & Co KG, der A. Sgnitz & Co GmbH sowie der FUB Fegers Und Berts Weinhandel Zweigniederlassung der Asco GmbH.) sei die Folge einer am "regelrechten Konsumverweigerung deutschen Markt". Auf Grund der angespannten Marktsituation könne nicht erwartet werden, dass die in den ersten Monaten eingetretenen Umsatzverluste im Gesamtjahr wieder vollkommen aufgeholt werden können, heißt es dazu im Aktionärsbrief.

Der Außenumsatz der Appelt GesmbH & Co KG (Wien) legte in den ersten drei Monaten um 2,4 Prozent auf 10,5 Mill. Euro zu - für Schlumberger ein Beweis, dass die im Vorjahr neu übernommenen Marken erfolgreich in das Portfolio integriert wurden. Die Wilhelm Hämmerle Destillerie Freihof GesmbH & Co KG (Lustenau) erhöhte ihren Außenumsatz um 4,8 Prozent auf 2,0 Mill. Euro, was angesichts der "schwierigen Marktverhältnisse" als erfreuliche Entwicklung des Vorarlberger Traditionsunternehmens gewertet wird.

Frankreich-Rückzug belastet

Die Schlumberger-Gruppe beschäftigte im ersten Geschäftsquartal im Schnitt 256 Arbeitnehmer, nach 299 in der gleichen Vorjahresperiode. Der Beschäftigtenrückgang geht im Wesentlichen auf die Entkonsolidierung der im Vorjahr noch enthaltenen Dienstnehmer in Frankreich zurück. Die Schlumberger AG gehört über die Underberg AG (Dietlikon/Schweiz) zu 75 Prozent der Underberg-Gruppe im deutschen Rheinberg. Gut 10 Prozent hält die Sektkellerei Schloss Wachenheim (Trier), knapp 15 Prozent stehen im Streubesitz. (APA)

  • Schlumberger setzt der Rückzug aus Frankreich zu.
    bild: schlumberger.at

    Schlumberger setzt der Rückzug aus Frankreich zu.

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