Caritas: "Dramatische Situation"

1. Oktober 2002, 10:11
posten

"Es gibt jetzt schon kaum mehr freie Unterkünfte" - In Oberösterreich fallen vorerst 24 Asylwerber aus der Bundesbetreuung

Linz/Wien - Von einer "dramatischen Situation" spricht die oberösterreichische Caritas als Folge der seit heute, Dienstag, geltenden neuen Richtlinien für die Bundesbetreuung von Asylwerbern, wonach Menschen aus bestimmten Ländern keinen Anspruch auf Bundesbetreuung mehr haben. "Es gibt jetzt schon kaum mehr freie Unterkünfte für Asylanten", warnte Johann Schwarzbauer-Haupt von der Caritas der Diözese Linz., "wir sind ratlos, wie es weitergehen soll".

Nach Angaben des Innenministeriums fallen in Oberösterreich vorerst 24 Asylwerber aus der Bundesbetreuung heraus, sie müssen innerhalb der kommenden 14 Tage ihre Unterkünfte in den Betreuungseinrichtungen verlassen. Man werde aber auf Härtefälle Rücksicht nehmen, so Wolf Szymanski vom Innenministerium.

Dazu Schwarzbauer-Haupt: "Wir wissen nicht, wo diese Leute jetzt untergebracht werden sollen". Dabei sei dies nur die eine Seite des Problems, verschärft werde die Situation dadurch, dass künftig auf Grund der neuen Richtlinien auch weniger neue Asylsuchende in den Betreuungseinrichtungen des Bundes aufgenommen werden, "auch diese stehen dann auf der Straße", so der Caritas-Sprecher.

Schwarzbauer-Haupt fordert daher die Rücknahme der neuen Richtlinien oder, wenn dies nicht geschehen sollte, mehr finanzielle Mittel für die Caritas und andere Sozialeinrichtungen, "damit wir zusätzliche Unterkunftsmöglichkeiten für die Asylsuchenden schaffen können". Der Staat habe hier eine Verantwortung, der er nachkommen müsse, betonte Schwarzbauer-Haupt. (APA)

Share if you care.