Weitere Erkenntnisse zum weltweiten Amphibiensterben gewonnen

30. September 2002, 20:19
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Studien zeigen: Lebenswichtige Wanderungsstrecken vom Menschen unterbochen

Columbia/Missouri - Amphibien zählen zu den am höchsten gefährdeten Tierklassen auf der Erde. Amerikanische Forscher haben eine der vielen Ursachen für das weltweit feststellbare Amphibiensterben gefunden bzw. frühere Erkenntnisse darüber bestätigt, warum in Nordamerika sonst häufig vorkommende Salamander und Kröten immer öfter verschwinden: Die Zerstörung des Lebensraumes behindert die Tiere an der Wanderung von den Feuchtbiotopen bis hin zum eigentlichen Lebensraum der erwachsenen Tiere. Die Forscher der University of Missouri haben in Feldversuchen die Problematik aufgezeigt und berichten darüber in der Oktober-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Society for Conservation Biology".

Raymond Semlitsch, Biologe an der University of Missouri, hat die Wanderungen von drei verschiedenen Lurchen untersucht und ist dabei zum Schluss gekommen, dass die Wanderungsstrecke der Tiere vom Feuchtbiotop, in dem sie geboren werden, bis hin zum Lebensraum oft unterbrochen ist. "Da die Tiere in der Regel immer in den gleichen Biotopen laichen, ist es sehr wichtig wie die Umgebung der Biotope aussieht", so Semlitsch. In vielen Fällen sind die Areale rund um Teiche in Acker- und Grünland umgewandelt worden, das hat den Weg der Lurche erschwert. Die Forscher hatten Amphibieneier aus stehenden Gewässern genommen und in Tanks bis zur fertigen Metamorphose gezogen. Dann ließen sie die Tiere wieder frei und beobachteten ihre Wanderung. Ein untersuchter Salamander schien keine Präferenzen für den Lebensraum zu haben. Die Kröte und ein zweiter Salamander bewegten sich aber schneller in Waldgebiete, da offene Flächen einerseits zu einem schnelleren Austrocknen der Tiere führt andererseits fallen sie dort auch häufiger Fressfeinden zum Opfer. Die Forscher sind zum Schluss gekommen, dass Korridore zwischen den Biotopen und den umliegenden Lebensräumen der Amphibien den Fortbestand erhalten.

Erst vor kurzem haben US-Forscher in Kalifornien entdeckt, dass Pestizide im Central-Valley, dem Hauptanbaugebiet für Obst und Gemüse zu einer drastischen Abnahme von Froschlurchen in den Rocky Mountains führte. Insbesondere Gebiete, die in Windrichtung des Central-Valley lagen, waren vom Verschwinden der Amphibien betroffen. Auch in Costa Rica ist es seit dem Verschwinden des Nebels über den Regenwäldern zu einem Rückgang tropischer Froscharten gekommen. Viele der Frösche wurden vor wenigen Jahren erstmals beschrieben. (pte)

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