"Bloody Sunday": Britischer Militär gesteht Falschaussage

1. Oktober 2002, 15:29
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General Tugwell behauptete, vier der von britischen Fallschirmjägern getöteten Demonstranten seien von der Polizei gesucht worden

London - Ein britischer Ex-General hat im Zuge der Untersuchungen zum so genannten "Bloody Sunday" am Montag eine Falschaussage eingestanden. An dem als "Blutiger Sonntag" in die Geschichte eingegangenen 30. Jänner 1972 hatten britische Fallschirmjäger bei einer Demonstration in Derry in Nordirland 14 unbewaffnete Katholiken getötet.

Noch am selben Abend erklärte der damalige General Maurice Tugwell dem Rundfunksender BBC, unter den Toten seien vier von der Polizei gesuchte Männer gewesen. Dies sei falsch gewesen, sagte Tugwell vor einer Untersuchungskommission in London. Er entschuldige sich dafür bei den Angehörigen der Opfer.

Die Kommission war 1998 von Premierminister Tony Blair mit dem Ziel eingesetzt worden, die Gründe für die Eskalation der Gewalt vollständig aufzuklären. Der Tag markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Nordirlandkonflikts. Danach erhielt die Irisch-Republikanische Armee (IRA), die für die Unabhängigkeit von Großbritannien kämpft, regen Zulauf. Bis 2004 soll der endgültige Bericht vorliegen. (APA)

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    30. Jänner 1972: Britische Fallschirmjäger gehen gegen Demonstranten vor

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