Elfjähriger Sohn eines Frankfurter Bankiers entführt

1. Oktober 2002, 14:57
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Trotz Lösegeldzahlung wurde der Bub nicht freigelassen - Zwei weitere Festnahmen - Teile des Lösegeldes und Kleidungsstücke gefunden

Fünf Tage nach der Entführung des Frankfurter Bankierssohns Jakob von Metzler hat die Polizei einen Teil des Lösegeldes gefunden. Ein Polizeisprecher sagte am Dienstag, in der Wohnung eines festgenommenen Tatverdächtigen seien mehrere zehntausend Euro sichergestellt worden, bei denen es sich um einen Teil des Lösegeldes zu handeln scheine. Zuvor waren bei einer Durchsuchungsaktion im Bereich des Langener Waldsees südlich von Frankfurt am Main Kleidungsstücke gefunden worden.

Es war nach wie vor unklar, ob sie dem entführten Buben gehörten. Nach einem Hinweis eines der Festgenommenen waren in der Nacht zum Dienstag mehrere Hütten aufgebrochen worden, wobei eine Spur entdeckt wurde, die zurzeit vom Landeskriminalamt ausgewertet wird. Angaben des Fernsehsenders n-tv, nach denen es sich um Blutspuren handeln soll, wollte die Polizei nicht bestätigen.

Jakob Metzler war am Freitag auf dem Nachhauseweg von der Schule entführt worden und ist seither verschwunden. Die Familie hatte eine Million Euro Lösegeld bezahlt, die Entführer ließen den Buben aber nicht frei. Daraufhin war die Polizei am Montag an die Öffentlichkeit gegangen. Zunächst war ein 16 und 24 Jahre altes Pärchen festgenommen worden, das am "am Tatgeschehen beteiligt" gewesen sei. In der Nacht zum Dienstag nahm die Polizei zwei weitere tatverdächtige Personen in Gewahrsam. Dabei handelt es sich um ein Bruderpaar aus Frankfurt im Alter von 21 und 23 Jahren. (APA/AP)

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    Jakob war Freitagnachmittag auf dem Heimweg von der Schule entführt worden. Er habe den Bus an der gewohnten Haltestelle an einem Supermarkt verlassen, berichtete die Polizei. Wenig später sei ein Erpresserbrief mit der Lösegeldforderung auf den Gehweg zum Haus der Familie gelegt worden.

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