Wechsel ohne Mühen und Bürokratie

30. September 2002, 18:55
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Gasversorger kümmern sich um Details

Wien - Der ab sofort mögliche Wechsel des Gasversorgers sei für die Kunden mit keinen bürokratischen Mühen und auch keinen Kosten verbunden, verspricht das Wirtschaftsministerium. Erforderlich sei nur, seinen bisherigen Anbieter vom Wechsel zu verständigen; die Wechselfrist beträgt maximal acht Wochen. Die Details des Wechsels machten sich die betroffenen Unternehmen untereinander aus, der Kunde bekommt bloß eine Verständigung, dass es geklappt hat.

Netz bleibt Monopol

Wie beim Strom bleibt das Netz nach wie vor ein Monopol, nur beim Gas selbst gibt es Wettbewerb. Bei einem durch- schnittlichen Haushalt macht der reine Energiepreis rund 46 Prozent der Gesamtrechnung aus. Kunden, die zu einem anderen Anbieter als dem lokalen Netzbetreiber wechseln, bekommen künftig zwei getrennte Rechnungen: eine für die Energie und eine für die Durchleitung. Leichter zum Wechseln bewegt werden die Kunden durch jene Unternehmen, die Gas und Strom aus einer Hand anbieten.
Über die Preise für Haushalte informieren die Homepages der heimischen Versorger, sprich: die Landesgasgesellschaften. Neue Anbieter sind noch nicht in Österreich präsent, allerdings steht die deutsche Ruhrgas unmittelbar vor einem Einstieg in den österreichischen Markt.

Energieregulator Walter Boltz geht davon aus, dass rund zehn Prozent der Kunden beim Gas wechseln werden. Das wäre deutlich mehr als beim Strom. Von einer noch höheren Wechselrate geht der Beratungskonzern Booz Allen Hamilton aus.

Höhere Sensibilität

Grund: Die Gasrechnung mache das Doppelte bis Dreifache der Stromrechnung eines österreichischen Haushalts aus - besonders wenn Gas zum Heizen und Kochen verwendet wird. "Nach Umfragen würden Haushaltskunden bei einer Ersparnis von 40 bis 60 Euro im Jahr den Lieferanten wechseln", so Karlheinz Bozem von Booz Allen Hamilton. Noch preissensitiver seien industrielle Kunden - sie würden bereits bei Preisunterschieden ab fünf Prozent wechseln. (rose, DER STANDARD, Printausgabe 1.10.2002)

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