Schröder will mit Chirac beraten

30. September 2002, 16:52
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Frankreich könnte zwischen Deutschen und Briten vermitteln

Berlin - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder will am Mittwoch mit Frankreichs Präsident Jacques Chirac über die Irak-Politik beraten, dessen Regierung die harte Linie der USA zu einer UNO-Resolution gegen den Irak ablehnt. Ein Regierungssprecher sagte am Montag in Berlin, der Irak werde neben anderen internationalen Themen im Mittelpunkt des informellen Vier-Augen-Gesprächs stehen. Frankreich hatte zuvor erneut die harte Haltung der USA im Irak-Konflikt zurück gewiesen. Der SPD-Außenpolitiker Gert Weisskirchen sagte am Montag, die Haltung Frankreichs könne in Europa zwischen der britischen und der deutschen Position vermittelnd wirken.

Der Regierungssprecher machte keine näheren Angaben zum geplanten Gespräch zwischen Schröder und Chirac. Frankreich will in einer neuen UNO-Resolution über neue Waffeninspektionen noch keine militärische Drohung verankern. Diese sollte nach französischer Vorstellung erst in einer zweite Resolution beschlossen werden, wenn der Irak den Auflagen der ersten Resolution nicht nachkomme.

Dem amerikanisch-britischen Entwurf zufolge soll der Sicherheitsrat dem Irak verschärfte Bedingungen für die Inspektionen stellen und für den Fall eines Verstoßes mit einem Angriff drohen. Das lehnt mit Russland auch eine zweite Veto-Macht im Sicherheitsrat ab. Deutschland ist gegen einen Angriff und lehnt eine Beteiligung bisher kategorisch ab. (APA/Reuters)

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