Fest für BB

30. September 2002, 17:13
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Bogdan Bodgdanovic wird Ehrenkreuzträger und 80 Jahre alt: Das Architekturzentrum feiert den Architekten und ehemaligen Belgrader Bürgermeister

Wien - Seit 1993 lebt der serbische Architekt, Autor und ehemalige Belgrader Bürgermeister Bogdan Bogdanovic im Wiener Exil. Anlässlich seines 80. Geburtstages, den er bereits am 20. August feierte, veranstaltet das Architekturzentrum Wien am 2. Oktober gemeinsam mit dem Paul Zsolnay Verlag und Kultur Kontakt Austria ein Fest. In dessen Rahmen wird Kunststaatssekretär Franz Morak (V) Bogdanovic das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse für sein Lebenswerk überreichen. Die Laudatio hält Friedrich Achleitner.

Milosevic-Gegner

Bogdanovic wurde am 20. August 1922 in Belgrad geboren. Nach dem Architektur-Studium und mehreren Bauaufträgen wurde er 1973 Professor an der Belgrader Universität. In Mali Popovic gründete er eine "Dorfschule für die Philosophie der Architektur". Von 1982 bis 1986 war Bogdanovic Bürgermeister von Belgrad, 1987 begann sein "Rückzug in die Dissidenz". In einem 60 Seiten langen Brief warf er Slobodan Milosevic und seiner Partei "großserbische Kriegshetze" vor und gründete die demokratische Oppositionsgruppe "Belgrader Kreis" mit. Nachdem seine Architekturschule geschlossen wurde und er sogar aus seinem Atelier vertrieben worden war, verließ der politisch Bedrohte 1993 Belgrad.

"Blume aus Beton"

Als Architekt wurde er vor allem durch seine Denkmal-Bauten bekannt. Am berühmtesten wurden seine "Blume aus Beton" in Jasenovac und das mittlerweile zerstörte Mausoleum von Vukovar. Als Autor rechnete Bogdanovic in seinen kulturkritischen Essays mit dem Stalinismus ab. In den Texten zum Städtebau spürte er poetologisch der Stadt als Metapher und Abbild des Menschen nach und schuf damit neue Lesarten von Architektur als Ausgangspunkt für ästhetisch-theoretische, historische und philosophische Reflexionen.

Auf Deutsch sind die Essay-Bände "Die Stadt und der Tod" (1993 Wieser Verlag), "Architektur der Erinnerung" (1994 Wieser Verlag) und "Der verdammte Baumeister" (1997 bei Zsolnay) erschienen. Zuletzt kam im März 2002 "Vom Glück in den Städten" (Zsolnay) heraus, ein Essay über die Architektur europäischer Städte. (APA)

Nachlese

Wenn es nötig ist, tue es noch einmal
Ute Woltron über den Bogdan Bogdanovic war Partisanen, Architekten und Bürgermeister von Belgrad

Service

"Ein Fest für Bogdan Bogdanovic
2. 10. 2002, 19 Uhr
im Az W, Museumsquartier Wien
Begrüßung: Dietmar Steiner
Laudatio: Friedrich Achleitner
Tel: 01/522 31 15

Architekturzentrum Wien

  • Artikelbild
    foto: architekturzentrum wien/© f. achleitner
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