KTZ-Beamten ist beim Heizstrahler nichts aufgefallen

30. September 2002, 16:15
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Kaprun-Prozess wird fortgesetzt

Salzburg - Mit der Einvernahme eines Beamten der Kriminaltechnischen Zentralstelle (KTZ) wurde am Montag der Kaprun-Prozess im Kolpinghaus in Salzburg fortgesetzt. Er habe den Heizstrahler untersucht und zerlegt, Öl sei ihm nicht aufgefallen, sagte der 40-jährige Zeuge Franz B. Festgestellt habe er damals lediglich Fasern und Rauchgasablagerungen.

"Die Verschmutzungen am Heizlüfter waren nicht so wesentlich, dass ich keine weiteren Proben für notwendig hielt", so der für Brand- und Explosionsursachenermittler während seiner fast drei Stunden dauernden Befragung. Am Heizgerät habe er Strommessungen durchgeführt, den Motor zerlegt und den Strahler wieder zusammengebaut. Von Mitarbeitern habe er Fotos darüber anfertigen lassen; dies sei kurz davor geschehen, bevor die Kriminalabteilung den Heizstrahler geholt habe. Auch B. gab an, dass im Führerstand ein Mistkübel mit Zigarettenstummeln gewesen sei.

Als er im Dezember 2000 im Tunnel gewesen sei, habe er sich vor allem mit der Türstellung beschäftigt, so B. Seiner Meinung nach "weisen die Brandspuren zur rechten Seite - ob von oben oder unten war nicht erkennbar." Dass beim Heizstrahler beide eingebauten Sicherheitssysteme ausgefallen seien, könne man nicht feststellen. "Meist erkennt man einen Heizlüfter nach einem Brand nicht wieder", so der Zeuge.

Nachdem der KTZ-Fotograf, der im Tunnel Aufnahmen gemacht hatte, seine Bilder identifiziert hatte, unterbrach Richter Manfred Seiss die Verhandlung. Sie wird morgen, Dienstag, um 9.00 Uhr mit der Einvernahme weiterer KTZ-Mitarbeiter fortgesetzt. (APA)

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