Was tun gegen die steigende Gewalt an Frauen?

30. September 2002, 15:02
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Hilfseinrichtungen in Ost und West kämpfen mit der steigenden Gewalt an Frauen und der mangelnden Unterstützung seitens der Regierungen. Jede fünfte Frau in Europa ist von Gewalt in der Familie betroffen. Dazu kommen rund 500.000 Frauen, die jährlich Opfer des Frauenhandels werden, viele von ihnen landen in der Zwangsprostitution. Die Frauenhilfseinrichtungen in Osteuropa hoffen nun auf den Beitritt ihrer Länder zur Europäischen Union und damit verbunden auf eine Verbesserung der sozialen Standards. Als schlechtes Vorzeichen ist jedoch zu werten, dass die Regierungen der EU-Beitrittswerberländer sich nicht an den wenigen EU-Programmen gegen Gewalt an Frauen beteiligen, obwohl dies schon vor dem EU-Beitritt möglich wäre. Dadurch bleibt den dortigen Organisationen der Zugang zu den Fördertöpfen verwehrt. Es bedarf einer breiten Sensibilisierung der nationalen wie auch der EU-Behörden, um jene politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, die für die Unterstützung der Opfer und letztendlich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern notwendig sind. Denn auch in der EU fehlt es an konkreten Vorgaben und konzertierten Strategien zur Eliminierung von Gewalt an Frauen.

Veranstaltung

Die Europäische Informationsstelle gegen Gewalt / WAVE Office und das Renner-Institut laden zur Podiumsdiskussion "Was tun gegen die steigende Gewalt an Frauen?" am Donnerstag.

Anlässlich eines europäischen Seminars zur Weiterbildung von Frauenhaus-Mitarbeiterinnen, veranstaltet von WAVE - Europäische Informationsstelle gegen Gewalt, diskutieren die folgenden Teilnehmerinnen über bewährte und neue Präventionsstrategien sowie Chancen und Defizite im erweiterten Europa:

  • Rosa Logar, Obfrau des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser

  • Barbora Pechotová, Koordinatorin von AdvoCats for Women, ein Projekt zur juristischen Unterstützung von Frauen der Prager Frauenorganisation profem

  • Barbara Prammer, Bundesfrauenvorsitzende der SPÖ, stellvertretende Vorsitzende der SPE-Frauen (Sozialdemokratische Partei Europas)

  • Moderation: Eva Weissenberger, Falter (Spitze Feder 2002)
  • WAS TUN GEGEN DIE STEIGENDE GEWALT AN FRAUEN?
    CHANCEN UND DEFIZITE IM ERWEITERTEN EUROPA
    b 3. Oktober 2002, 19.30 Uhr
    Renner-Institut, Khleslplatz 12 (Eingang Gartenhotel Altmannsdorf), 1120 Wien
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