Britischer Schatzkanzler warnt vor Folgen eines Kriegs

30. September 2002, 20:46
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Gordon Brown sieht Weltwirtschaft in Gefahr - Labour Party unterstützt trotzdem Irak-Politik Blairs

London/Blackpool - Nach leidenschaftlicher Debatte haben die Delegierten des Labour-Parteitags Montag Abend der Irak-Politik des britischen Premierminister Tony Blair ihre Zustimmung gegeben. Die Delegierten im Seebad Blackpool stimmten einem Antrag zu, in dem die Anwendung militärischer Gewalt gegen den Irak für zulässig erklärt wird, wenn diese "innerhalb des Rahmens des Völkerrechts und mit der Autorität der Vereinten Nationen" erfolge und alle anderen Mittel zuvor fehlgeschlagen seien.

Der Antrag von Kriegsgegnern, die sich gegen einen militärischen Einsatz aussprachen, erhielt nur 40 Prozent der Delegiertenstimmen, 60 Prozent votierten dagegen.

Der britische Schatzkanzler Gordon Brown hatte zuvor laut einem Pressebericht vor den wirtschaftlichen Folgen eines Krieges gegen Irak gewarnt. Als mögliche Folgen nannte Brown in einer Kabinettssitzung den Niedergang der Weltwirtschaft, steigende Ölpreise und weitere Turbulenzen an den Aktienmärkten, wie die Zeitung "The Independent" am Montag in einem Artikel auf der Titelseite berichtete.

Brown bestritt in einem Interview des Rundfunksenders BBC jedoch, dass die regierende Labour Partei in der Irak-Frage zerstritten sei. Er würdigte den "entschiedenen Kurs" von Premierminister Tony Blair. In der Partei Blairs mehren sich allerdings mittlerweile die kritischen Stimmen. Der Labour-Parteitag in Blackpool wollte sich am Montag mit dem Thema befassen. (APA/AP)

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    Gordon Brown sorgt sich um die Weltwirtschaft

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