Wiener SPÖ einstimmig für Petritsch als Spitzenkandidat

30. September 2002, 18:18
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Häupl peilt mehr als 40 Prozent Stimmanteil und 14 Mandate an

Wien - In einer knapp einstündigen Sitzung hat am Montag die Wiener SPÖ ihre Landes- und Regionalkreiswahllisten für die Nationalratswahl am 24. November beschlossen. Als Wiener SP-Spitzenkandidat wird - wie bereits bekannt - der prominente Diplomat Wolfgang Petritsch ins Rennen gehen. Dahinter folgen auf der Landesliste Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl, Nationalratspräsident Heinz Fischer, Umweltsprecherin Ulli Sima und Klubobmann Josef Cap. Die Entscheidung über die Kandidatenlisten fiel nach SP-Angaben einstimmig.

Der Wiener Parteiobmann und Bürgermeister Michael Häupl zeigte sich mit dem Ergebnis der Listenerstellung sehr zufrieden: "Wir haben einen äußerst attraktiven Spittzenkandidaten im Einvernehmen mit der Bundes-SPÖ gefunden. Ich bin Wolfgang Petritsch sehr dankbar, dass er diese Aufgabe und diese Funktion übernommen hat."

Reißverschlussprinzip

In Bezug auf den Frauenanteil auf den Listen betonte Häupl, dass das Reißverschlussprinzip "nahezu nahtlos" durchgehalten wurde: Auf der Landesliste finden sich fast 45 Prozent, in den Wiener Regionalwahlkreisen knapp 48 Prozent Frauen. Zudem gebe auf jeder Liste auch Zuwandererkandidaten. Der Altersschnitt der Kandidaten liege unter 42 Jahren.

Als sein Wahlziel in Wien nannte Häupl "40 plus". Auf diese Weise wäre das "gemeinsame große Wahlziel" zu erreichen, eine Mehrheit für ÖVP und FPÖ zu verhindern. "Hat Schwarz-Blau mehr als 50 Prozent, dann wird Bundeskanzler Wolfgang Schüssel die derzeitige Regierung fortsetzen", warnte Häupl. Zur angepeilten Zahl der Mandate in Wien meinte er: "Wenn wir 14 erreichen, bin ich sehr glücklich."

Zu möglichen Koalitionspräferenzen meinte Häupl, dass er weiter zur "Äquidistanz" zu ÖVP und Grünen stehe. Eine Entscheidung werde erst nach der Wahl fallen. Auch dass sich mit dem Volleyball-Manager Peter Kleinmann ein gelernter Kürschner am 31. Platz der Landesliste finde, sei keineswegs als Absage an Rot-Grün zu verstehen, meinte Häupl schmunzelnd auf Anfrage.

Die Plätze sechs bis 15 auf der Landesliste nehmen Elisabeth Hlavac, Rudolf Edlinger, Renate Csörgits, Caspar Einem, Anica Matzka-Dojder, Rudolf Nürnberger, Martina Ludwig, Herbert Tumpel, Nurten Yilmaz, Markus Marterbauer und Friedrich Strobl ein. Auf Platz 16 findet sich mit Laura Rudas die Tochter des prominenten Psychiaters Stephan Rudas.

Neue Namen finden sich an der Spitze von zwei Regionalwahlkreisen: Im Wahlkreis Innen-Süd führt Jan Krainer an Stelle von Kurt Heindl die Liste an, zweiter ist Norbert Bacher. Der Wahlkreis Nord wird von Kurt Eder und Ruth Becher angeführt, Josef Edler kandidiert nicht mehr. Weitere Regional-Spitzenkandidaten sind Caspar Einem und Andrea Kuntzl (Innen West), Hannes Jarolim und Rudolf Nürnberger (Innen Ost), Anton Gaal und Christine Lapp (Süd), Doris Bures und Peter Schieder (Süd West) sowie Franz Riepl und Elisabeth Hlavac (Nord West).

Bei der Wahl 1999 kam die SPÖ in Wien mit 37,85 Prozent auf 12 Mandate. Neun davon waren Direktmandate, die im Regionalwahlkreis errungen wurden - von Kurt Heindl (Wien Innen-Süd), Hannes Jarolim (Innen-Ost), Anton Gaal (Süd), Christine Lapp (Süd), Doris Bures (Süd-West), Peter Schieder (Süd-West), Franz Riepl (Nord-West), Kurt Eder (Nord) und Josef Edler (Nord). Im zweiten Ermittlungsverfahren auf Landesebene kamen noch drei Wiener Mandate dazu, besetzt mit Rudolf Edlinger, Caspar Einem und Elisabeth Hlavac. (APA)

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