Mölzer will "freiheitliche Neugründung"

30. September 2002, 14:53
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Potenzial von zehn bis zwölf Prozent für "rechtsliberale Partei"

Wien - Der FPÖ-nahe Publizist und Herausgeber der Zeitschrift "Zur Zeit", Andreas Mölzer, spricht sich in der jüngsten Ausgabe des Blattes "für eine freiheitliche Neugründung aus". Jörg Haider habe sich zwar "unter einigermaßen grotesken Umständen" aus der Bundespolitik zurückgezogen. "Zu glauben, dass sich 27 Prozent der Wähler und eine Mittelpartei schlicht und einfach in Luft auflösen könnten, wäre denn doch zu naiv", hält Mölzer aber fest. Nur ein Teil der vormaligen Haider-Wähler werde zu Rot oder Schwarz zurückkehren, nur ein Teil sich in die Wahlverweigerung zurückziehen.

"Das herkömmliche Dritte Lager, kulturdeutsch und freisinnig orientiert, bleibt, wenn auch auf wenige Prozente geschrumpft, ein Teil der politischen Landschaft des Landes", hält Mölzer in seinem Beitrag fest. Zu diesem würden sich Wirtschaftsliberale einerseits und sozial Engagierte andererseits gesellen, "die eben so etwas wie eine Aversion gegen christdemokratische oder sozialdemokratische Politik haben". Das könnte insgesamt eine "rechtsliberale Partei" ergeben, deren Wählerpotenzial bei zehn bis zwölf Prozent läge.

Zuerst müssten die blauen Spitzenfunktionäre aber einmal realisieren, "dass der über lange Jahre so dominante Frontmann weg ist. Und sie werden sich entscheiden müssen, ob es nun um den zurückbleibenden Trümmerhaufen Diadochen-Kämpfe geben soll. Ob sich nun irgendjemand als eine Art Konkursverwalter in die Bresche wirft, der versucht, im Haiderschen Stile dessen seinerzeit so erfolgreichen Populismus nachzuahmen. Oder, ob man bereit ist, einen Akt der Neugründung beziehungsweise der inhaltlich-strategischen Neuorientierung einer rechtsliberalen Kraft zu setzen".

"Das Zeug dazu", ein solche politisches Projekt in Angriff zu nehmen, hätten nach Ansicht Mölzers neben Neo-Parteichef Mathias Reichhold auch dessen Stellvertreter Thomas Prinzhorn und Herbert Haupt sowie der Kartellrechtsexperte und frühere Generalsekretär und Klubchef Norbert Gugerbauer. (APA)

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