Führungskräfte - die wichtigsten Auswahlkriterien

15. Oktober 2002, 12:39
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Laut einer Studie unter deutschen und schweizerischen Unternehmen wird bei der Auswahl der High Potentials besonders auf praktische Erfahrung Wert gelegt

Gummersbach - Unternehmen legen bei der Auswahl ihrer High Potentials besonderen Wert auf praktische Erfahrungen. Für 49,5 Prozent sind Praktika das wichtigste Auswahlkriterium bei der Rekrutierung des Führungsnachwuchses, wobei Auslandspraktika höher bewertet werden als Inlandspraktika. Eher unbedeutend sind Einsatzort und Image des für das Praktikum ausgewählten Unternehmens.

Als weitere Punkte folgen Fremdsprachen (45,6 Prozent), Auslandsaufenthalte (21,4 Prozent) und Studienschwerpunkte (15,5 Prozent). In Zukunft sehen die Unternehmen Bedarf an High Potentials vornehmlich in den Wirtschaftswissenschaften sowie technischen Studiengängen, also Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Informatikern. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen Studie von der Unternehmensberatung Kienbaum.

Im Rahmen der Untersuchung befragte Kienbaum 950 deutsche und schweizerische Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen - 230 Unternehmen beteiligten sich an der Untersuchung.

Am Ende der Anforderungsskala stehen die Berufsausbildung vor dem Studium und die Abiturnote. Als wichtigste persönliche Eigenschaften ihres Führungsnachwuchses nennen 83 Prozent der Unternehmen die Fähigkeiten zu Eigenmotivation, Lernbereitschaft und Teamfähigkeit. Wenig gefragt sind bloße Karriereorientierung und Risikobereitschaft. "Die Sozialkompetenz liegt als Schlüsselqualifikation noch an dritter Stelle", sagt Lutz Thimm, Bereichsleiter High Potentials bei der KEC.

Bei der Bewertung des ersten Auswahlkriteriums, der Praktika, geht für die Unternehmen Qualität vor Quantität: An erster Stelle steht eine dem Berufswunsch nahe stehende Tätigkeit, Auslandspraktika werden höher bewertet als Inlandspraktika. Eher unbedeutend bei der Auswahl sind Einsatzort und Image des für das Praktikum ausgewählten Unternehmens.

MBA gefragt - Unterscheidungsfaktor Einstiegsgehalt

Als häufigste Defizite von High Potenzial-Kandidaten sehen die Unternehmen eine mangelhafte Fähigkeit zur Selbstkritik, fehlende Konfliktfähigkeit und wenig Führungspotenzial. Für nahezu alle Branchen ist der Abschluss an einer Fachhochschule gleichrangig mit einem universitären Abschluss. Auch werden von vielen Unternehmen die Abschlüsse privater Universitäten gleichrangig mit staatlichen Abschlüssen gesehen.

Während ein Absolvent mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von 37.895 Euro rechnen kann, erhält der Führungskräftenachwuchs durchschnittlich 45.680 Euro Jahresgehalt. In der Energiebranche sind die Gehaltsunterschiede mit 14.167 Euro am höchsten, am niedrigsten ist der Unterschied im Bereich Maschinen- und Anlagenbau mit 4.460 Euro. "Bei der Bemessung des Gehalts honorieren Unternehmen praktische Erfahrungen und akademische Leistungen. Faktoren wie das Ansehen der Hochschule, Alter oder außeruniversitäres Engagement spielen eine eher untergeordnete Rolle", sagt Lutz Thimm. (pte/red)

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    foto: fotodisc
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