Frauen überholen Männer bei Absolventen

30. September 2002, 16:54
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Studienjahr 2000/01 brachte AbsolventInnenrekord und Frauenquote von 50,1 Prozent an den wissenschaftlichen Unis

Wien - Der Frauenanteil unter den Studierenden hat sich in den vergangenen Jahrzehnten laufend erhöht. Doch im Unterschied zur Schule waren Frauen an den Unis bisher weniger erfolgreich, deutlich mehr Männer als Frauen schlossen ihr Studium ab. Das hat sich im Studienjahr 2000/01 geändert: Erstmals wurde bei den Absolventen der zwölf wissenschaftlichen Universitäten (Erst- und Zweitabschlüsse) eine Frauenquote von 50,1 Prozent erreicht, wie aus der nun vom Bildungsministerium vorgelegten aktuellsten Absolventenstatistik hervorgeht. Nimmt man wissenschaftliche und Kunst-Unis zusammen, lag der Frauenanteil bei 50,4 Prozent.

Im Studienjahr 2000/01 standen 8.011 frischgebackene Akademikerinnen 7.971 männlichen Kollegen gegenüber. Anfang der neunziger Jahre lag der Frauenanteil unter den Absolventen noch bei 41,6 Prozent, 4.650 Frauen schlossen damals ein Studium ab, gegenüber 6.537 Männern.

Noch nie so viele AbsolventInnen

Aber nicht nur bei der Frauenquote war das Studienjahr 2000/2001 ein Rekordjahr. Auch die gesamte Absolventenzahl war noch nie so hoch: 16.700 Studienabschlüsse (Erst- und Zweitabschlüsse) wurden verzeichnet, um acht Prozent mehr als im Jahr davor (1999/2000: 15.482).

2000/01 war das letzte Jahr, in dem man noch ohne Gebühren studieren konnte. Die ab dem Studienjahr 2001/02 eingeführten Studienbeiträge motivierten offensichtlich viele, noch vor dem "Zahltag" rasch abzuschließen. Auch im Bildungsministerium betont man, dass die Gebühren "zu mehr Ernsthaftigkeit des Studiums" geführt hätten.

An den zwölf wissenschaftlichen Universitäten wurden 15.982 Absolventen gezählt, 14.118 davon waren Erstabschlüsse. Der Anteil ausländischer Absolventen lag bei zehn Prozent. An den den Kunst-Unis waren es 718 Absolventen (plus vier Prozent gegenüber dem Jahr davor).

TU mit höchstem Zuwachs

Unter den wissenschaftlichen Universitäten erreichte die Technische Universität Graz mit einem Plus von 19 Prozent den größten Absolventen-Zuwachs (1.087 Abschlüsse), gefolgt von der Uni Innsbruck mit Plus 14 Prozent (2.232) und den Universitäten Wien (4.881) und Salzburg (992) sowie der Montanuni Leoben (188) mit jeweils zwölf Prozent. Weniger Abschlüsse gab es an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (minus neun Prozent), der Wirtschaftsuni Wien (minus fünf Prozent) sowie den Unis Klagenfurt (minus zwei Prozent) und Linz (minus ein Prozent).

Bei den Kunst-Unis verzeichneten die Akademie der bildenden Künste Wien (plus 23 Prozent), das Mozarteum Salzburg (plus 14 Prozent) und die Musik-Uni Graz (plus acht Prozent) die größten Zuwächse. Weniger Absolventen hatten die Kunst-Uni Linz (minus zwölf Prozent) und die Universität für angewandte Kunst Wien (minus fünf Prozent). (APA)

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