Absolventinnen überrunden männliche Kollegen

3. Oktober 2002, 13:17
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Studienjahr 2000/01 brachte AbsolventInnenrekord und Frauenquote von 50,1 Prozent an den wissenschaftlichen Unis

Wien - Erstmals haben die Frauen bei den Studienabschlüssen ihre männlichen Kollegen überrundet. Wie die letzte Statistik des Bildungsministeriums (Studienjahr 2000/01) zeigt, lag die Frauenquote bei den Abschlüssen an allen zwölf wissenschaftlichen Universitäten bei 50,1 Prozent. Anfang der Neunzigerjahre war der Frauenanteil unter den AbsolventInnen noch bei 41,6 Prozent.

Auch die gesamte AbsolventInnenzahl war noch nie so hoch: 16.700 Studienabschlüsse (Erst- und Zweitabschlüsse) wurden verzeichnet, um acht Prozent mehr als im Jahr davor (1999/2000: 15.482). 2000/01 war das letzte Jahr, in dem man noch ohne Gebühren studieren konnte. Die neuen Beiträge motivierten offensichtlich viele, vor dem "Zahltag" noch rasch abzuschließen. Auch im Bildungsministerium betont man, dass die Gebühren "zu mehr Ernsthaftigkeit des Studiums" geführt hätten.

Unter den wissenschaftlichen Universitäten erreichte die Technische Universität Graz mit einem Plus von 19 Prozent den größten AbsolventInnenzuwachs, gefolgt von der Uni Innsbruck (14 Prozent plus) und den Universitäten Wien sowie Salzburg. Weniger Abschlüsse gab es an der Veterinärmedizinischen Universität Wien (minus neun Prozent), der Wirtschaftsuni Wien (minus fünf Prozent) sowie den Unis Klagenfurt (minus zwei Prozent) und Linz (minus ein Prozent). Bei den Kunstunis verzeichnete vor allem die Akademie der bildenden Künste Wien ein kräftiges Plus von 23 Prozent.

Wahlkampfthema Uni

In der Zwischenzeit sind die Universitäten in den Wahlkampf gezogen worden. So forderten sozialdemokratische GewerkschafterInnen am Montag, dass die Universitätsreform "zurück an den Start" gehen und bis nach den Wahlen aufgeschoben werden sollte. GPA-Chef Hans Sallmutter rief zum Boykott der Gründungskonvente auf. Diese sind im (bereits beschlossenen) Universitätsgesetz festgeschrieben, um die jeweiligen Unis in die Autonomie zu begleiten. (red, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.10. 2002)

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    Im Schatten der Absolventinnen: Das Abbild des erfolgreichen Universitätsabsolventen war männlich.
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