Kostunica und Labus mit ihren Wahlergebnissen zufrieden

1. Oktober 2002, 10:43
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Präsident: Bürger Serbiens "weder für Abkürzungswege noch für Extreme" - Labus signalisiert große Zuversicht für Stichwahl

Belgrad - Sowohl der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica als auch der jugoslawische Vizepremier Miroljub Labus haben sich mit den Ergebnissen der serbischen Präsidentenwahl zufrieden gezeigt. Der im ersten Durchgang siegreiche Kostunica betonte in den frühen Morgenstunden des Montag: Die Wahl habe gezeigt, dass Serbien "weder für Abkürzungswege (Labus) noch für Extreme (Seselj)" sei.

Labus trete für eine "unkritische Erfüllung von Forderungen internationaler Finanzinstitutionen ungeachtet der sozialen Lage im Land sowie der dafür nicht vorhandenen rechtlichen und demokratischen Voraussetzungen" ein, kritisierte Kostunica den Vizepremier. Er dagegen befürworte einen "dritten, mittleren Weg", betonte der Präsident und strich erneut die Notwendigkeit hervor, möglichst schnell eine neue Verfassung Serbiens zu verabschieden. Daraus würden sich vorgezogenen Parlamentswahlen ergeben.

Der Wirtschaftsexperte Labus, der etwa 28 Prozent erreichte, signalisierte große Zuversicht für die Stichwahl am 13. Oktober. Er sei "von Null gestartet und jetzt habe ich beinahe eine Million Wählerstimmen bekommen", zog er eine erste Bilanz. Zwei Drittel der Wähler hätten ihre Stimme für jene Parteien abgegeben, die vor zwei Jahren gesiegt und damit das Regime des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic gestürzt hätten.

Leider sei aber der Siegerblock mittlerweile in zwei Lager geteilt: In jene, die den Status quo wünschten und in jene, die Reformen zwecks Modernisierung des Landes vorantreiben wollten. "Eine unvollendete Arbeit ist die schlechteste Arbeit", appellierte Labus an die Wähler, sein Reformprogramm weiter zu unterstützen.

Kostunica und Labus haben sich für die Stichwahl am 13. Oktober qualifiziert. Den dritten Rang belegte Vojislav Seselj, Führer der Serbischen Radikalen Partei, der etwa 22,5 Prozent errang. Das offizielle Endergebnis des ersten Wahldurchganges ist aber noch nicht bekannt. (APA)

  • Die beiden Konkurrenten bei der Stichwahl am 13. Oktober: der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica und der jugoslawische Vizepremier Miroljub Labus
    foto: epa/sasa stankovic

    Die beiden Konkurrenten bei der Stichwahl am 13. Oktober: der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica und der jugoslawische Vizepremier Miroljub Labus

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