Porr setzt auf Immobiliensparte

30. September 2002, 19:12
posten

Kaum Baunachfrage, viele Arbeitslose - Arnold Pregernig wechselt von Bartenstein zu Österreichs zweitgrößten Baukonzern

Wien - Die Porr, mit rund 10.000 Mitarbeitern Österreichs zweitgrößter Baukonzern, konzentriert sich angesichts mangelnder Baunachfrage verstärkt auf das Immobiliengeschäft. Trotz schleppender Büronachfrage in Österreich und Deutschland konnten dennoch einige Projekte im ersten Halbjahr voll vermietet oder verkauft werden. So wurde der in Bau befindliche Vienna City Tower mit diversen Gerichten als Mieter an die Immofinanz abgegeben.

Durch die Erlöse aus den Immobiliengeschäften könne im Gesamtjahr mit einem positiven Ergebnis gerechnet werden. Bereits im Halbjahr trug die Immobilientochter UBM wesentlich zum positiven Konzernergebnis von 1,31 Mio. EURO (Vorjahr: 0,06 Mio. EURO) bei.

Neuzugang

Zur weiteren Unterstützung in der Immobiliensparte hat sich die Porr mit 1. November Arnold Pregernig aus dem Büro von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein geholt. Nach acht Jahren Tätigkeit für Bartenstein wird sich Pregernig bei der Porr um Immobilien- und Verkehrsprojekte kümmern. Pregernig ist nach Kabinettschef Christoph Stadlhuber (künftiger Chef der Bundesimmobiliengesellschaft) der Zweite, der das Büro des Wirtschaftsministers verlässt.

Für das Gesamtjahr erwartet die Porr einen Umsatzanstieg von 3,3 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro. Wegen der äußerst schwachen Nachfrage am Bau stieg auch die Arbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft im Hochsommer. Im heurigen August waren um 12,5 Prozent oder 24.555 mehr arbeitslose Bauarbeiter registriert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Porr-Chef Horst Pöchhacker betonte, dass die private und die öffentliche Nachfrage gleichzeitig eingebrochen seien, obwohl der Bedarf an Bauleistungen einen Höhepunkt erreicht hätte. Allein bei der Infrastruktur betrage der Nachholbedarf "mehrere zehn Milliarden Euro".

Baukonjunktur bleibt schwach

Auch für 2003 rechnet die Porr mit keiner Belebung der Baukonjunktur. Der Vorstand sieht es als eine seiner Hauptaufgaben, die Liquidität des Konzerns zu verbessern. Da sehr viel Kapital in strategischen Projekten gebunden sei, müsse durch Devestitionen, Partnerschaften und Verkauf voll vermieteter Objekte und durch weitere Finanzierungsmaßnahmen die Liquidität gestärkt werden, heißt es im Aktionärsbericht. (cr, DER STANDARD, Printausgabe 1.10.2002)

Link

Porr

  • Artikelbild
    foto: derstandard.at
Share if you care.