Trichet: Einige Länder drohen Defizit-Grenze zu überschreiten

30. September 2002, 08:08
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Französischer Notenbankchef fordert: EZB-Rat-Zustimmung zu Forderung nach nahezu ausgeglichenen Haushalten bis 2006 - Inflationsdruck in Euro-Zone weiter senken

Washington - Einige Länder in der Euro-Zone werden nach den Worten des französischen Notenbankchefs Jean-Claude Trichet möglicherweise die im Vertrag von Maastricht festgelegte Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts überschreiten.

"Es besteht in der Tat die Gefahr, dass einige Länder die Drei-Prozent-Grenze verletzen werden", sagte Trichet am Sonntag (Ortszeit) in Washington. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) stimme deshalb der Forderung der EU-Kommission zu, wonach die Mitgliedsstaaten möglichst rasch, aber spätestens 2006 nahezu ausgeglichene Haushalte vorlegen müssten.

"Die Bemühungen um eine Produktivitätssteigerung in der Euro-Zone sollten dazu beitragen, den Inflationsdruck zu reduzieren", sagte Trichet am Rande der Jahrestagung von IWF und Weltbank weiter. Im Zuge einer sinkenden Inflation sollte die damit einhergehende Real-Lohnerhöhung die private Nachfrage und Investitionsaussichten unterstützen, fügte er hinzu. Die Länder der Euro-Zone müssen nach einem Vorschlag der EU-Kommission erst 2006 und damit zwei Jahre später als bisher gefordert ohne neue Schulden auskommen.(APA/Reuters)

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    foto: epa/orestis panagiotou
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