15 Monate Haft für Doppelmörder

30. September 2002, 19:31
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Wegen Begünstigung - Strafe bereits in U-Haft verbüßt

Wiener Neustadt - Wegen Beihilfe zum Mord an einem Badener Lehrerehepaar musste sich am Montag Zeljko K. (37) erneut am Landesgericht Wiener Neustadt verantworten. Er bekannte sich nicht schuldig, räumte aber ein, den beiden Haupttätern im Nachhinein ein falsches Alibi verschafft zu haben. Das Urteil vom Oktober 2001 - fünf Jahre Freiheitsstrafe - war nach Berufung vom Obersten Gerichtshof aus formalen Gründen aufgehoben worden.

Die Vorgeschichte: am 28. März 2001 ermordete der damals 19-jährige Schüler Oliver P. seine Eltern - DER STANDARD berichtete. Motiv: Hass auf den Vater, dazu die erhoffte Erbschaft. Dafür wurde er bereits rechtskräftig zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, seiner beiden Komplizen erhielten 18 beziehungsweise sechs Jahre Gefängnis.

Der nun neuerlich vor Gericht stehende Zeljko K. soll laut Anklage von der Planung und Vollendung des Doppelmordes gewusst und sogar erwartete "Gewinnanteile" aus der Erbschaft berechnet haben. Diese Vorwürfe wies der Angeklagte zurück. Oliver P. habe zwar des öfteren davon geredet, die Eltern umzubringen. Aber das habe "ganz Baden" gewusst - und nicht Ernst genommen. Zeljko K. gab lediglich zu, dem Tätertrio ein falsches Alibi verschafft zu haben, weil er sich und seine Familie aus der Angelegenheit "heraushalten" habe wollen.

Zeljko K. wurde zu 15 Monaten Haft verurteilt. (DER STANDARD, Printausgabe 1.10.2002/red)

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