Ecowas-Gipfel beschließt Entsendung von Soldaten

29. September 2002, 21:53
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Evakuierung von Ausländern abgeschlossen

Accra - Angesichts der seit Tagen andauernden Kämpfe in Cote d'Ivoire hat die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) auf einem Sondergipfel am Sonntag die Entsendung einer Friedenstruppe in die westafrikanische Republik beschlossen. Der senegalesische Staatspräsident Abdoulaye Wade sagte am Tagungsort in der ghanaischen Hauptstadt Accra, die Soldaten sollten einen Puffer zwischen den Regierungstruppern und den Rebellen in Cote d'Ivoire bilden. Die ersten Soldaten sollten umgehend nach Abidjan, die Wirtschaftsmetropole von Cote d'Ivoire, entsandt werden.

Eine aus Ghana, Guinea-Bissao, Niger, Nigeria und Togo sowie einem Vertreter der Afrikanischen Union zusammengesetzte Kontaktgruppe soll zwischen der Regierung und den Aufständischen vermitteln.

Zur Eröffnung des Gipfeltreffens hatte Ghanas Staatschef John Kufuor gesagt, Staatsstreiche und Meutereien hätten sich zu einer schleichenden "afrikanischen Krankheit" entwickelt. Dabei hätten die teilnehmenden Länder "die gleiche Bevölkerung" und seien nur durch "künstliche Grenzen" voneinander getrennt. In der Ecowas sind 15 westafrikanische Staaten zusammengeschlossen.

Soldaten aus Frankreich und den USA schlossen unterdessen die Evakuierung von Ausländern aus der Stadt Korhogo im Norden von Cote d'Ivoire ab. Etwa 370 Menschen seien zum Flughafen der Hauptstadt Yamassoukro gebracht worden, teilte der gemeinsame franko-amerikanische Generalstab mit. An der Operation waren den Angaben zufolge mehrere Hubschrauber beteiligt.

In der westafrikanischen Republik Cote d'Ivoire hatten sich aufständische Soldaten Mitte September gegen Regierungstruppen erhoben. Neben Bouake, der zweitgrößten Stadt des Landes, kontrollierten die Rebellen weiterhin mehrere Ortschaften im überwiegend moslemischen Norden des Landes. Bei den Kämpfen kamen bisher mindestens 300 Menschen ums Leben, hunderte wurden verletzt. (APA)

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