Milutinovic möchte künftig "schreiben und faulenzen"

29. September 2002, 21:03
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Scheidender Präsident Serbiens will UNO-Anklage gegen ihn nicht kommentieren

Belgrad - Der serbische Präsident Milan Milutinovic hat am Sonntag erklärt, er wolle sich nach Ablauf seiner Amtszeit im Dezember dieses Jahres dem "Schreiben und Faulenzen" widmen. Milutinovic droht die Auslieferung an das UNO-Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag. Dazu wollte der ehemalige enge Mitarbeiter des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic nach Schließung der Wahllokale bei der Präsidentwahl in Serbien allerdings keinen Kommentar abgeben: "Heute ist Wahltag, darüber möchte ich nicht reden", sagte Milutinovic.

Jugoslawien ist verpflichtet, den amtierenden serbischen Präsidenten nach Ablauf seiner Amtszeit am 27. Dezember an das UNO-Tribunal zu überstellen. Die Anklage gegen Milutinovic war bereits vor drei Jahren erhoben worden. Wiederholt gab es Gerüchte, dass sich Milutinovic freiwillig stellen werde. Mehrmals betonte der Präsident, dass er sich für Kriegsverbrechen nicht verantwortlich fühle, da er während des Kosovo-Krieges (1998/99) für Militär und Polizei nicht zuständig gewesen sei. (APA)

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