Bonus für Gesundheitsbewusste und mehr Wahlmöglichkeiten

29. September 2002, 19:06
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Neuer Sozialversicherungschef bastelt an Reformkonzepten

Wien - Wer sehr viel für seine Gesundheit tut, könnte einen Bonus von der Krankenkasse bekommen. Das kündigt der Präsident des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger, Wirtschaftskämmerer Martin Gleitsmann, im APA-Interview an. Auf die Frage, wie dies denn festzustellen wäre, meinte er: "Ob ich ein Raucher bin oder ein Trinker, ist leicht festzustellen." Auf Näheres wollte er sich nicht festlegen, in Europa gebe es dazu bereits erfolgreiche Projekte. Gleitsmann spricht von "Konzepten", die solche Aneize im Gesundheitssystem schaffen könnten.

Weiters möchte der Hauptverbandspräsident den Patienten mehr Wahlmöglichkeiten beim Leistungsangebot geben. Ein Abgehen von der Pflichtversicherung sei dies nicht. Beispielsweise denkt der Hauptverbandspräsident an das bei der Gewerblichen Sozialversicherung übliche Optionenmodell zwischen Sach- und Geldleistung. Auch Kooperationen der Träger mit Privatversicherungen seien denkbar. Ein entsprechendes Kombinationsmodell könne so aussehen, dass der Patient zum Privatarzt geht, sich aber gleichzeitig außerhalb des Systems für jene Teile versichern lässt, die seine Krankenkasse nicht bezahlt.

Auch einen "Gesundheitsmanager" für Patienten soll es geben. Denkbar ist für den neuen Hauptverbandschef eine Konzentration der medizinischen Informationen beim Hausarzt (der dafür allerdings speziell ausgebildet werden müsste) oder der jeweiligen Krankenversicherung. Gleits-mann wünscht sich außerdem mehr Koordination. Der Arzt müsse wissen, was im Spital bereits geschehen sei und umgekehrt: "Damit kommt man von vielen Mehrfachbefunden weg." Darüber hinaus plädiert Gleitsmann dafür, die psychologische Ausbildung der Mediziner zu verbessern, hätten doch viele Leiden einen psychosomatischen Hintergrund. (DER STANDARD, Printausgabe, 30.9.2002)

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