Boris: 3,2 Mille zahlen oder Haft

29. September 2002, 17:06
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Becker war in Deutschland steuerpflichtig, während er vorgab, in Monte Carlo zu hausen

München - Zur Vermeidung einer Haftstrafe muss Ex- Tennisstar Boris Becker nach einem Bericht des "Focus" noch vor Beginn seines Steuerprozesses am 23. Oktober 3,2 Millionen Euro zahlen. Nur dann seien Staatsanwaltschaft und Richer bereit, sich auf eine Bewährungsstrafe von bis zu zwei Jahren einzulassen. Vor dem Landgericht München I sind von 23. Oktober an bisher drei Verhandlungstage angesetzt.

Im Sommer hatte die Staatsanwaltschaft München I Anklage gegen Becker erhoben. Er soll dem Fiskus von 1991 bis 1993 rund 10,4 Millionen Mark (5,3 Millionen Euro) vorenthalten haben. Nach Ansicht der Ermittler lebte Becker tatsächlich in München, obwohl sein offizieller Wohnsitz damals das Steuerparadies Monte Carlo war. Becker sei daher uneingeschränkt in Deutschland steuerpflichtig gewesen.

Verhandlungen dauern an

Die Justiz und die Anwälte Beckers hatten immer wieder versucht, eine Hauptverhandlung zu vermeiden. Nach Medienberichten der vergangenen Wochen sollte Becker einwilligen, am ersten Tag des Steuerprozesses ein Geständnis abzulegen und sich so ein langes Verfahren zu ersparen. Bei einer Steuernachzahlung einschließlich Zinsen in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro hätte er dann mit einer Bewährungsstrafe davonkommen können.

"Die Anberaumung von drei Prozesstagen bedeutet nicht, dass die Verhandlungen gescheitert sind. Im Gegenteil: Sie dauern an", zitiert "Focus" den Becker-Anwalt Klaus Volk. Auch die Verhandlungen mit dem Fiskus laufen angeblich weiter. Die Anwälte streiten noch mit dem Staat, ob Becker dem Finanzamt neben den 3,2 Millionen Euro zusätzlich weitere zwei Millionen zahlen muss. (APA/dpa)

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