Mehrere Spaltenstürze auf Tiroler Gletscher

29. September 2002, 16:30
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Vier deutsche Wintersportler überlebten zum Teil verletzt - Ein Snowboarder erstickte im Schnee

Innsbruck - Der Winter hat noch gar nicht begonnen und schon haben sich auf dem Tuxer Gletscher in Tirol mehrere Alpinunfälle ereignet. Ein deutscher Skifahrer stürzte am Sonntag kopfüber in eine Gletscherspalte und dürfte im Schnee erstickt sein. Drei Wintersportler aus Deutschland hatten am Samstag großes Glück und kamen mit teilweise leichten Verletzungen davon, teilte die Gendarmerie mit.

Begonnen hatte die Unfallserie bereits am vergangenen Donnerstag, als ein deutscher Snowboarder 15 Meter tief in eine Gletscherspalte gefallen war. Er überlebte stark unterkühlt und leicht verletzt. Am Samstagnachmittag wurde einem 38-jährigen Snowboarder die gleiche Spalte zum Verhängnis. Ihm gelang es, seine Freundin in Deutschland mit dem Handy anzurufen, die anschließend die Rettungskräfte in Tirol verständigte. Der Mann wurde stark unterkühlt und mit leichten Kopfverletzungen sowie Prellungen aus seiner misslichen Lage befreit.

Auch einem 52-jährigen Skifahrer aus Hoyerswerda (Deutschland) dürfte am Samstagnachmittag das Handy das Leben gerettet haben. Der Mann hatte trotz aller Warnungen mit seinen Alpinskiern die gesicherte Piste verlassen. Im felsigen Gelände sei er schließlich nicht mehr weiter gekommen und setzte über sein Handy einen Notruf nach Deutschland ab. Er wurde von der Tiroler Bergrettung unverletzt geborgen.

Nach acht Metern hängen geblieben

Bereits gegen Mittag hatte sich am Tuxer Ferner (Bezirk Schwaz) ein Gletscherspaltensturz ereignet. Ein 28-jähriger Snowboarder aus Ingolstadt war in eine 30 Meter tiefe Spalte gefallen und nach acht Metern hängen geblieben. Auch er konnte mit dem Notarzthubschrauber unverletzt gerettet werden.

Tödlich endete hingegen der Ausflug in den freien Skiraum für einen etwa 30-jährigen Deutschen aus dem Raum Chiemsee am Sonntag. Gegen Mittag hatte er mit einem weiteren Skifahrer das gesicherte Gelände im Bereich des Falschen Kaserers verlassen. Der Deutsche war seinem Kollegen mit Telemarkskiern gefolgt, als er von diesem unbemerkt fünf Meter tief in die Spalte gefallen sein dürfte. Ein anderer Wintersportler beobachtete jedoch den Vorfall und alarmierte die Rettungskräfte. In einer Höhe von rund 3.200 Metern wurde der Mann schließlich entdeckt. Er wurde mit dem Notarzthubschrauber geborgen. (APA)

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