Salzburger Kongress will einheitliches Tierschutzgesetz

29. September 2002, 15:13
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Quälerei passiert vor allem aus Unwissenheit - "Schwarze Schafe wechseln einfach das Bundesland"

Salzburg - "Österreich braucht dringend eine einheitliche Gesetzgebung", so lautet das Endergebnis des 3. Salzburger Tierschutz-Kongresses am Wochenende in der Stadt Salzburg. Nur dann könnte dem illegalen Handel ein Ende gemacht und die schwarzen Schafe vertrieben werden, fasste Salzburgs Tierschutzbeauftragte, LAbg. Gertraud Wagner-Schöppl, in einem APA-Gespräch am Sonntag zusammen.

Rund 150 Besucher waren gekommen, darunter die Vertreter von den großen österreichischen und deutschen Tierschutzvereinen und politischen Parteien, um den Vorträgen zum Themenschwerpunkt "Tierschutz und Ethik" der zwölf Experten aus ganz Österreich zu hören. Alle waren sich einig, dass die für viele Teilnehmer unbefriedigende Situation nur mit einem Miteinander aller Behörden und Vereinen sowie durch verstärkte öffentliche Aufklärungsarbeit verbessert werden könnte.

Schlupflöcher für schwarze Schafe

Derzeit ermögliche die gesetzliche Lage zahlreiche Schlupflöcher für die schwarzen Schafe, betonte Wagner-Schöppl. "Die Betreiber von Tierheimen oder Hundehändler, die Probleme gemacht haben, wechseln einfach in ein anderes Bundesland". Vieles passiere immer noch in der Illegalität, zum Beispiel der Verkauf von exotischen Tieren. "Ausländische Schildkröten, die beim Verkauf zwei Zentimeter messen, wachsen bereits in einem Jahr zu 40 Zentimeter an. Werden sie in die Natur ausgesetzt, kippen sie unsere Faunasystem, da diese Tiere viel stärker sind als die heimischen Schildkröten".

Einig waren sich die Vortragenden auch, was die Tierquälerei betrifft: "Die meisten Vorfälle passieren aus Unwissenheit. Der Mensch muss bereits von Kindheit an über die richtige Haltung von Tieren aufgeklärt werden", lautete die einhellige Meinung. Leider warteten die Gäste vergeblich auf die Rede des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun. der auch Tierbischof der österreichischen Bischofskonferenz ist. Er konnte wegen einer anderen Veranstaltung nicht kommen. (APA)

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