Warnung vor acht Anschlägen in Israel

29. September 2002, 14:23
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Reaktion auf Liquidationsversuch von Hamas-Führer - "Haaretz": Bisher 145 Selbstmord-Attentäter

Tel Aviv - Israel hat am Sonntag die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Ben-Gurion-Flughafen von Tel Aviv verstärkt. Die Polizei reagierte damit auf neue Warnungen vor insgesamt acht möglichen Selbstmordanschlägen palästinensischer Extremisten innerhalb Israels. Die radikal-islamische Hamas-Bewegung hatte am vergangenen Freitag neue Terroranschläge vor allem im Gebiet von Tel Aviv angekündigt, nachdem ein israelischer Versuch fehlgeschlagen war, den Chef des militärischen Flügels von Hamas, Mohammed Deif, in Gaza zu liquidieren. Bei dem Angriff aus einem Kampfhubschrauber waren drei Palästinenser getötet und 47 zum Teil schwer verletzt worden.

Die Polizei im Gebiet von Haifa wurde am Sonntag in höchste Alarmbereitschaft versetzt, nachdem Unbekannte in der Nacht einen Krankenwagen gestohlen hatten. Israelische Sicherheitskräfte befürchten, dass das Fahrzeug für einen Terroranschlag benutzt werden könnte. Experten warnen schon seit Wochen, dass palästinensische Extremisten in Israel einen so genannten Mega-Anschlag planen, darunter eventuell die Explosion einer schweren Autobombe auf einem öffentlichen Platz oder vor einem großen Gebäude.

Nach einem Bericht der Tageszeitung "Haaretz" haben sich seit Beginn des neuen Intifada-Konflikts vor genau zwei Jahren insgesamt 145 Palästinenser bei Selbstmordattentaten in die Luft gesprengt oder wurden von Sicherheitskräften unmittelbar vor einem Anschlag festgenommen. 52 dieser Attentäter gehörten der Hamas an, 40 waren Mitglieder der so genannten Al-Aksa-Brigaden, des bewaffneten Flügels der Fatah-Bewegung von PLO-Chef Yasser Arafat. Die Gruppe Islamischer Dschihad setzte in diesem Zeitraum 35 Selbstmord-Attentäter ein. Insgesamt registrierten die israelischen Behörden seit Beginn des Friedensprozesses 1993 den Einsatz von über 200 Selbstmordattentätern gegen Israel. (APA)

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