Transitforum kündigt Demo auf Inntalautobahn an

29. September 2002, 14:04
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Forderung nach generellem Lkw-Nachtfahrverbot wird unterstützt - Fernfahrer lehnen ab - Transitforum-Chef Gurgiser: Fahrer werden aufgehetzt

Innsbruck - Für heftige Emotionen sorgt weiterhin das ab Oktober geltende Winter-Nachtfahrverbot für Lkw auf der Tiroler Inntalautobahn. Die Fernfahrer lehnen diese Maßnahme ab, die Tiroler Grünen und Tirols SP-Verkehrssprecher, LAbg. Gerhard Mimm, fordern ein generelles Nachtfahrverbot. Das Transitforum Austria-Tirol hat unterdessen eine Demonstration auf der Tiroler Inntalautobahn angekündigt, teilte Obmann Fritz Gurgiser der APA am Sonntag mit.

Ein Fernfahrer-Stammtisch am Samstag in Radfeld habe klar gezeigt, dass sich auch die Fernfahrer ein generelles Nachtfahrverbot wünschen, betonte Grünen Klubobmann, LAbg. Georg Willi. Das jetzige "kleine Nachtfahrverbot" werde von den Lkw-Fahrern kritisiert, weil es nur zwischen Hall und Wörgl gelte. Denn wenn sie zu spät unterwegs seien, würden sie nicht mehr zu ihren Firmenstandorten in diesem Bereich zurück kommen. Bei einem generellen Nachtfahrverbot "gibt es keine Extrawürste mehr und alle haben ihre Nachtruhe: die Menschen an den Transitrouten und die Fernfahrer", erklärte Willi am Sonntag.

Aufgehetzt

Kritik übte auch Transitforum-Chef Gurgiser, der ebenfalls an dem emotional geführten Stammtisch der Lkw-Fahrer teilgenommen hatte. "Die Fernfahrer werden von den Unternehmern aufgehetzt, gegen die Bevölkerung und gegen die Politik", meinte Gurgiser. In vier bis fünf Wochen sollen die Lkw-Fahrer ihre Anliegen bei einem "außerordentlichen Ruhetag" auf der Autobahn präsentieren. Dann werde es eine "erste Kundgebung" auf der Inntalautobahn geben, wo sich alle Betroffenen informieren könnten. Genaueres dazu wolle er, Gurgiser, aber erst in der kommenden Woche bekannt geben.

Uneinigkeit über die Sinnhaftigkeit des von Landeshauptmann Wendelin Weingartner (V) verordneten Halbjahres-Nachtfahrverbotes scheint auch innerhalb der Tiroler SPÖ zu herrschen. Anders als SP-Chef, Umweltlandesrat und LHStv. Hannes Gschwentner, erkennt Mimm darin "keinen ersten Schritt" in die richtige Richtung. Er glaube nicht, dass es dadurch zu einem Rückgang der Schadstoffbelastung kommen werde. Da das Fahrverbot nämlich zwischen 22.00 und 5.00 Uhr früh gelten soll, werde das Verkehrsaufkommen nämlich nur in die Morgenstunden verlagert. Außerdem stünden den Lkw-Fahrern keine Parkplätze zur Verfügung, wenn sie ihre Fahrzeuge abstellen müssten. "Mit den Betroffenen hätte man schon vorher sprechen müssen", bemängelte Mimm. (APA)

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