Gerüchte über Rücktritt und Exil Husseins

28. September 2002, 19:44
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Angeblich Asyl in Ägypten geplant - Saddams Sohn will Amerikanern "die Köpfe abschlagen"

Bagdad/Riad/Kairo - Die saudische Zeitung "Al-Watan" berichtete am Samstag unter Berufung auf Bayan Jabor, einen Sprecher des Obersten Rats für die Islamische Revolution im Irak (SCRI), im Irak verdichteten sich die Gerüchte über einen möglichen Rücktritt von Saddam Hussein. Dieser habe mit dem Revolutionsrat bereits über die Möglichkeit, mit seiner Familie nach Ägypten ins Exil zu gehen, gesprochen, sagte Jabor. Als möglicher Nachfolger sei Vizepremier Tarek Aziz im Gespräch, weil dieser gute Kontakte zu westlichen Staaten habe.

Die Nachricht vom möglichen Rücktritt des Präsidenten hätten im irakischen Volk große Freude ausgelöst, "den damit könnte die Bedrohung durch einen amerikanischen Angriff abgewehrt werden". Seine Organisation sei für den Sturz von Saddam Hussein, sagte Jabor. Die neue Führung dürfe aber nicht einfach ernannt werden, sondern müsse aus Wahlen hervorgehen. Der schiitische SCRI ist nach Ansicht von Beobachtern die irakische Oppositionsgruppe mit der größten Anhängerschaft im Land.

Die irakische Führung hat am Samstag erneut betont, dass sie sich bei einem US-Militärangriff nicht kampflos geschlagen geben will. "Die amerikanische Aggression gegen den Irak wird kein Spaziergang werden, sondern eine heftige Schlacht mit Verlusten auf der Seite der Amerikaner, wie sie es seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben", sagte Aziz in Bagdad. Der älteste Sohn von Präsident Saddam Hussein, Udai, drohte nach Angaben der arabischen Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat", die Iraker seien bereit, "den Amerikanern, den Briten und allen, die mit ihnen sind, die Köpfe abzuschlagen". (APA/dpa)

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