Simbabwe: Behördliche Willkür überschattet Lokalwahl-Beginn

28. September 2002, 16:20
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Foltervorwürfe an die Polizei

Harare - Überschattet von erneuten Schikanen gegen Oppositionelle haben am Samstag im afrikanischen Krisenstaat Simbabwe Lokalwahlen begonnen. Nur wenige Stunden zuvor hatte ein Richter den Weg dazu freigemacht, indem er einen Einspruch der Opposition dagegen abgewiesen hatte. Die oppositionelle Bewegung für Demokratie (MDC) hatte argumentiert, dass die meisten ihrer Kandidaten schon vor der Wahl durch Gewalt und Willkür zum Aufgeben gezwungen worden seien. Richter Benjamin Paradza hatte dagegen am Freitag argumentiert, der Einspruch sei nicht "dringend".

Insgesamt wird an zwei Tagen in 1.397 ländlichen sowie 27 städtischen Bezirken die neue Besetzung der Kommunalparlamente im Lande bestimmt. Außerdem findet in einem Bezirk nach dem Tod eines Abgeordneten eine Nachwahl statt. Die MDC schickt 646 Kandidaten ins Rennen, nachdem nach ihren Angaben mehr als 700 andere durch Folter, Todesdrohungen oder Tätlichkeiten zum Aufgeben gezwungen worden waren. Tom Spicer, ein junger weißer MDC-Aktivist, der gemeinsam mit vier anderen am Donnerstag wegen "öffentlicher Gewalt" festgenommen worden war, wurde nach Angaben seines Vater in Polizeihaft mit Schlägen und Elektroschocks gefoltert. Spicers Anwälte versuchen nun, eine ärztliche Untersuchung durchzusetzen. (APA/dpa)

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