Caritas-Appell an Bund und Länder

29. September 2002, 15:57
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Küberl: "Kein Asylwerber darf unversorgt auf die Straße gestellt werden"

Wien - "Kein Asylwerber darf unversorgt auf die Straße gestellt werden", appellierten heute, Samstag, Caritaspräsident Franz Küberl und Direktor Michael Landau an die Verantwortlichen im Bund und in den Ländern. Für die Wiener Caritas sei die Situation schon seit längerem sehr angespannt.

"Wir haben jetzt schon fast 700 Menschen in unseren Flüchtlingshäusern", so Landau. Matratzenlager und Kellerräume als Notquartier gehörten zum Alltag in den vier Einrichtungen der Caritas der Erzdiözese Wien. "Das kann und darf keine Dauerlösung sein", sagte der Direktor. Gemeinsam mit Küberl appellierte er, "zusätzliche Kapazitäten zu schaffen - wenn nötig auch in öffentlichen Räumen, wie Kasernen und leerstehenden Objekten - und notwendige Aufstockungen im Personalbereich durchzuführen."

Für die Caritas gehe es hier um das humanitäre Recht auf Grundversorgung von Menschen auf der Flucht. Küberl: "Jeder Flüchtling hat ein Recht auf ein ordnungsgemäßes Asylverfahren, unabhängig davon ob er schlussendlich in unserem Land bleiben darf oder nicht."

"Uns ist bewusst, dass die Republik Österreich heute mehr Menschen in Bundesbetreuung hat, als in der Vergangenheit", betonten Küberl und Landau. "Die richtige Antwort auf diese Situation wäre ein mehr an Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Hilfsorganisationen. Anstelle eines politischen Schlagabtausches braucht es besonnenes gemeinsames Handeln", so die beiden Caritasverantwortlichen. (APA)

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    Küberl: "Jeder Flüchtling hat ein Recht auf ein ordnungsgemäßes Asylverfahren"

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