Ärztekammer mit der Regierung unzufrieden

28. September 2002, 13:46
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Vorarlberger Ärztekammer-Präsident fordert Beitragserhöhung der Krankenkassen

Bregenz- Heftige Kritik an der Gesundheits- und Sozialpolitik der Bundesregierung übte am Samstag der Präsident der Vorarlberger Ärztekammer Peter Wöß (53). In einem ORF-Interview mit Radio Vorarlberg sprach sich Wöß für Beitragserhöhungen der Krankenkassen in Höhe von rund 50 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber aus. Die ablehnende Haltung der Regierung nannte Wöß "Sand in die Augen streuen".

Die Ärzte hätten anfänglich die Versuche der Regierung, im Gesundheitswesen Ordnung zu schaffen mit getragen. "Aber in letzter Zeit ist das aus den Fugen geraten und wir Ärzte haben uns nur noch geärgert über die sogenannte Gesundheitspolitik der Regierung," sagte der Vorarlberger Ärztekammer-Präsident. Ohne die Ärzte zu befragen oder sich von ihnen beraten zu lassen, seien unüberlegte Fakten und Aktionen gesetzt worden, kritisierte Wöß.

Die Einführung der Ambulanzgebühr sei an und für sich von den Ärzten mitgetragen worden, weil es in die Richtung Verstärkung des niedergelassenen Bereiches ging, betonte Wöß: "Nur wie die Ambulanzgebühr eingeführt wurde, mit welchen bürokratischen Hürden, das konnten wir dann nicht mehr mit tragen und auch nicht mehr verstehen".

"Wir alle möchten keine Zweiklassenmedizin," betonte Wöß. Aber wenn nicht mehr finanzielle Mittel in die soziale Krankenversicherung fließen, könnten die Krankenversicherung die Wünsche der Patienten nicht mehr erfüllen, meinte Wöß und sprach sich für Beitragserhöhungen der Krankenkassen aus. Seiner Ansicht nach seien die Sparpotentiale im Verwaltungsbereich der Sozialversicherungen ausgeschöpft. "Die moderne Medizin mit ihrer hochtechnischen Entwicklung und die Entwicklung der Bevölkerung in Richtung Überalterung gibt uns keine Möglichkeit mit den vorhandenen Mitteln auszukommen, es werden mehr Mittel nötig sein, betonte der Ärztekammer-Präsident. (APA)

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