Proteste gegen IWF und Weltbank in Washington

28. September 2002, 11:11
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Hunderte Demonstranten festgenommen - G7-Minister tagen unter schwerem Polizeischutz

Washington - Im Vorfeld der am Wochenende stattfindenden Jahrestagung von Weltbank und Währungsfonds in Washington sind laut US-Medienberichten bis Freitag nachmittag (Ortszeit) bereits 600 Demonstranten verhaftet worden. Die Polizei der US-Hauptstadt hat Verstärkung durch 1.700 Polizisten aus dem Umland erhalten. Mehrere Gruppen von Demonstranten ziehen durch die Stadt. In der Nähe des Tagungsgeländes findet in einem Park ein improvisiertes Konzert der Globalisierungsgegner statt, streng bewacht von Dutzenden Polizisten mit Helmen und Schlagstöcken.

Das Tagungsgelände rund um die Gebäude der Weltbank und des Währungsfonds ist hermetisch abgeriegelt. Neben den Demonstrationen gelten auch der Gefahr eines Terroranschlags höchste Sicherheitsvorkehrungen. Spürhunde schnüffeln nach Sprengstoff, gepanzerte Polizeifahrzeuge sind um das Gebäude stationiert, darüber patrouillieren Hubschrauber.

G7-Minister tagen in Washington unter schwerem Polizeischutz

Unter schwerem Polizeischutz hat am Freitag in Washington das Treffen der Finanzminister und Notenbankpräsidenten der sieben wichtigsten Industrieländer (G7) begonnen. Die Politiker und Banker wollten über die schwache Weltkonjunktur und die Schuldenkrise in Lateinamerika beraten. Die Folgen eines möglichen Irak-Kriegs standen nach den Worten von US-Finanzminister Paul O'Neill nicht auf der Tagesordnung.

Außerhalb der Sperrzone um mehrere Regierungsgebäude und die Zentralen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank waren hunderte Demonstranten zuvor mit der Polizei zusammengestoßen. Rund 600 wurden nach Angaben eines Polizeisprechers festgenommen.

Die Demonstranten protestierten im Vorfeld der Jahrestagung von IWF und Weltbank an diesem Wochenende. Sie werfen den G7-Ländern vor, die Politik von IWF und Weltbank zu diktieren und mit der Kreditpolitik der Organisationen das Elend in armen Ländern nicht zu beseitigen, sondern zu fördern. Die Organisationen räumen ein, dass die Globalisierung gerechter gestaltet werden muss, damit alle Länder davon profitieren. (APA)

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