Barrichello gewinnt in Indianapolis

30. September 2002, 14:11
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Der Brasilianer fährt eine Hundertstel vor Teamkollegen Michael Schumacher über die Ziellinie - Dritter Platz für David Coulthard

Indianapolis - Als alle schon mit dem elften Saisonsieg von Michael Schumacher - dem 64. seiner eindrucksvollen Karriere - rechneten, wurde der fünffache Formel-Weltmeister am Sonntag im Grand Prix der USA in Indianapolis auf der Zielgeraden noch von seinem Stallgefährten Rubens Barrichello abgefangen. Der Brasilianer gewann mit einem Hundertstel Vorsprung auf den Deutschen, der aus der Pole-Position ins Rennen gestartet war und immer voran lag, ehe dann der "Angriff" von Barrichello kam, der sich endgültig vor dem 17. und letzten Großen Preis am 14. Oktober in Suzuka den Vizetitel sicherte.

"Es war nicht geplant", waren die ersten Worte des Südamerikaners nach seinem fünften Grand Prix-Sieg, dem vierten in diesem Jahr. Man hätte eine Menge Spaß im Rennen gehabt. Michael Schumacher antwortete auf die Frage, ob ein ex-aequo-Sieg beabsichtigt war, mit "vielleicht, aber er ist jedenfalls knapp verpasst worden". Allerdings hätten sie für das knappste Ergebnis aller Zeiten gesorgt und "so wie es ist, freue ich mich", meinte der Champion nach dem achten Ferrari-Doppelsieg in diesem Jahr.

Williams-Kollision

Die Konkurrenz lag zwar nicht allzu weit zurück, hatte aber mit dem Ausgang des Rennens dennoch nichts zu tun, obwohl sie im Gegensatz zu Ferrari nur einen Boxenstopp einlegten. Der Schotte David Coulthard lag als Dritter mit seinem McLaren-Mercedes acht Sekunden, der Kolumbianer Juan Pablo Montoya mit seinem Williams-BMW als Vierter zehn Sekunden zurück. Er war schon nach der ersten Runde mit seinem Stallgefährten Ralf Schumacher kollidiert. Während der Südamerikaner das Rennen ohne Probleme fortsetzen konnte, musste der Deutsche wegen eines verlustig gegangenen Heckflügels an die Box und verlor damit alle Chancen auf einen Spitzenplatz.

Michael Schumacher führt vor dem Finale in Japan mit 134 Punkten vor Barrichello (71) und Montoya (47.), der Williams-BMW auch endgültig Rang zwei in der Marken-WM vor den Silberpfeilen sicherte.

Schwache Jaguare

Für Jaguar und Chef Niki Lauda war Indianapolis keine Reise wert. Schon im Abschlusstraining abgeschlagen, musste sich Eddie Irvine mit einer Runde Rückstand mit Rang zehn begnügen, sein spanischer Kollege Pedro de La Rosa kam gar nicht ins Ziel.(APA/dpa)

  • Die Ergebnisse des Formel 1-Grand Prix von Indianapolis, dem 16. WM-Lauf der Saison, am Sonntag und die WM-Stände:

     1. Barrichello (BRA) Ferrari  1:31:07,934
     2. Schumacher (GER)  Ferrari  +     0,010
     3. Coulthard (GBR)   McLaren  +     7,798
     4. Montoya (COL)     Williams +     9,910
     5. Trulli (ITA)      Renault  +    56,846
     6. Villeneuve (CAN)  BAR      +    58,211
     7. Fisichella (ITA)  Jordan   +   1 Runde
     8. Button (GBR)      Renault  +   1 Runde
     9. Heidfeld (GER)    Sauber   +   1 Runde
    10. Irvine (GBR)      Jaguar   +   1 Runde
    11. Sato (JPN)        Jordan   +   1 Runde
    12. Panis (FRA)       BAR      +   1 Runde
    13. Frentzen (GER)    Sauber   +  2 Runden
    14. Salo (FIN)        Toyota   +  2 Runden
    15. McNish (GBR)      Toyota   +  2 Runden
    16. Schumacher (GER)  Williams +  2 Runden
    
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    Indy GP

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      Die beiden Ferraris kurz vor der Ziellinie.

    • Das bringt Teamchef Frank Williams wohl zur Weißglut: Seine Piloten und Montoya und Ralf Schumacher kollidieren. (Zur Vergrößerung anklicken!)

      Das bringt Teamchef Frank Williams wohl zur Weißglut: Seine Piloten und Montoya und Ralf Schumacher kollidieren.

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