Jede Woche wird in Europa eine Frau vom Ehemann getötet

27. September 2002, 19:02
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Europäische Studien: Mit Bildungsniveau und Lebensstandard wächst auch die häusliche Gewalt

Straßburg - Der Europarat hat sich alarmiert über die weit verbreitete Gewalt in Ehe und Familie geäußert. Statistisch gesehen werde in Europa jede Woche eine Frau von ihrem Mann oder Partner getötet, heißt es in einem Bericht der Parlamentarischen Versammlung des Staatenbundes vom Freitag.

Mit Bildungsniveau und Lebensstandard wächst auch die häusliche Gewalt

Dem Bericht zufolge gibt es keinen "typischen" Gewalttäter und keine Gesellschaftsschicht ist von dem Phänomen ausgeschlossen. "Armut und mangelhafte Ausbildung sind kein nennenswerter Faktor - im Gegenteil, mit Bildungsniveau und Lebensstandard wächst auch die häusliche Gewalt", betonte die Berichterstatterin, die slowenische Konservative, Olga Keltosowa. Hinzu komme auch eine "psychologische" Gewalt - Demütigungen, Drohungen, Einschüchterungen, die oft noch schmerzlicher seien als Schläge.

Gesetzliche Instrumentarien gegen Gewalttäter

Angesichts dieser Situation empfiehlt der Europarat seinen 44 Mitgliedsländern, die Prävention zu verbessern und Gewalt sowie Vergewaltigung in der Ehe streng zu bestrafen. Die Europaratsstaaten müssten solche Praktiken als Verbrechen einstufen und entsprechend ahnden, verlangte die Versammlung in einer Entschließung. Dies sei bisher in vielen Ländern nicht der Fall. Vielerorts werde immer noch die Meinung vertreten, ein "Ehemann habe unbegrenzten sexuellen Zugang zu seiner Frau". Auch müsse es gesetzliche Instrumentarien geben, um gewalttätige Männer "aus der Wohnung und täglichen Umgebung" der Frauen und Kinder zu verbannen, und zwar rasch und ohne richterliche Anweisung. (APA)

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