Austrodiesel von BMW für Lexus-Fahrzeuge im Gespräch

27. September 2002, 20:05
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Toyota verhandelt mit drei Herstellern über Zulieferung von Motoren

Paris - Der japanische Autogigant Toyota ist offenbar mit BMW in Verhandlungen, Dieselmotoren von BMW - und die werden, bis auf das 4,0-Liter-V8-Aggregat, ausschließlich im Motorenwerk Steyr produziert - für Fahrzeuge der eigenen Luxusmarke Lexus zuzukaufen. "Kein Kommentar", sagte dazu Rudolf Handlgruber, Sprecher von BMW-Steyr auf Anfrage des STANDARD. Präziser wollte sich auch Johannes Thammer, bei Toyota Europe in Brüssel Direktor für Europäische Produktplanung, nicht äußern, eine Entscheidung solle jedenfalls noch im ersten Halbjahr 2003 fallen.

Hintergrund für diese Überlegungen: Rund 500 Millionen Euro koste die Entwicklung eines neuen Motors, rechnet Thammer am Pariser Salon im Gespräch mit dem STANDARD vor. Eine solche Investition rechne sich nur über entsprechende Stückzahlen - die bei Lexus in Europa (und nur hier sei der Diesel von Interesse) ganz offensichtlich nicht erreicht werden können, weshalb das Unternehmen bisher auch vor einer Eigenentwicklung zurückschreckte. Bei einer Kooperation hingegen komme man viel eher auf einen grünen Zweig, und Thammer bestätigt: "Wir reden mit drei Firmen, die uns was verkaufen wollen." Diese Variante sei bestimmt "nicht unwahrscheinlich".

Verhandlungspartner

Da für Lexus nur großvolumige Motoren infrage kommen, reduzieren sich die in-frage kommenden Verhandlungspartner praktisch auf die VW-Gruppe, Mercedes und BMW. Letzterer gilt als logischster Partner: Die Bayern kaufen für die Marke Mini Toyota-Dieselmotoren zu, einen 1,4-l-Vierzylinder, der für den Yaris entwickelt wurde und ab 2003 im Mini eingebaut wird. Nun könnte es am oberen Ende zum Gegengeschäft kommen, denn in Steyr verfügt man über ein Spektrum von 2,0-Liter-Vierzylinder-Dieseln bis zu Reihensechszylindern mit 3,0 Litern Hubraum, die alle passen würden.

Warum Toyota so daran interessiert ist, liegt daran, dass der Lexus-Absatz trotz erheblicher Aufwendungen in Europa hinter den Erwartungen zurückbleibt. Man will aber BMW, Audi und Mercedes, die auch dank Dieselverfügbarkeit reüssieren, das Feld nicht kampflos überlassen.

Toyota bringt weiters eine Reihe neuer Modelle nach Europa und baut parallel dazu bis 2010 die lokale Fertigung auf über 80 Prozent aus. Pläne, ein Nischenfahrzeug bei Magna Steyr in Graz bauen zu lassen, gebe es derzeit nicht, man sei aber ins Gespräch gekommen, um sich überhaupt einmal kennen zu lernen. (stock/DER STANDARD, Printausgabe, 28.9.2002)

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