Wienerwald im Ausgleich wieder flügge

27. September 2002, 19:08
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Gläubiger haben Ausgleich mit großer Mehrheit angenommen - Fortführung aller Standorte scheint gesichert

Wien - Die Gläubiger haben den Ausgleich mit großer Mehrheit angenommen, die Fortführung - zumindest fast - aller Wienerwald-Restaurant-Standorte scheint gesichert. Geschäftsführer Jörn Hansen freut sich, im STANDARD-Gespräch die Formulierung anbringen zu können: "Die Hendln fliegen wieder", sagte er am Freitag nach der Ausgleichstagsatzung.

Allerdings werden von den derzeit 23 Standorten noch zwei "ernsthaft evaluiert". Welchen die Schließung droht, wollte Hansen nicht öffentlich machen.

Ausgleich angemeldet

Die Gastronomiekette musste vor zwei Monaten den Ausgleich anmelden, nachdem eine außergerichtliche Einigung mit Lieferanten gescheitert war. Anfang 2001 kaufte die Investorengruppe Altacon Wienerwald vom Österreichischen Verkehrsbüro. Die Düsseldorfer sind auch bei Wienerwald Deutschland engagiert, wobei aber die Firmen rechtlich unabhängig voneinander sind.

Nun wurde von den Gläubigern Folgendes akzeptiert: Sie erhalten von der 40-prozentigen Quote in einer ersten Tranche 20 Prozent bar. Diese Teilbarquote muss bis 30. November 2002 erlegt werden, sodass sie voraussichtlich bis Jahresende zur Auszahlung kommen wird. Der zweite Teil ist bis Ende 2003 fällig.

Die Gläubiger haben Forderungen über 4,1 Mio. Euro angemeldet. Laut Kreditschutzverband kommen noch rund 1,5 Mio. Euro an Schadensersatzforderungen dazu. Daraus ergibt sich ein Quotenerfordernis von 1,6 bis zwei Mio. Euro. Der Ausgleich soll durch einen Grundstücksverkauf finanziert werden. (szem/DER STANDARD, Printausgabe, 28.9.2002)

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