Test-Kits für Krankheitserreger im Taschenformat

1. August 2003, 20:37
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Genauere Messergebnisse durch fixierte Antikörper auf Kunststoffträgern

Bonn - Neuartige Test-Kits im Taschenformat ermöglichen eine schnelle Ermittlung von krankheitserregenden Keimen samt deren Konzentration. Die zur Lebensmittelüberwachung oder in der Medizintechnik eingesetzten Verfahren beruhen auf Antigen-Antikörper-Reaktionen, wie sie auch bei der Immunabwehr im lebenden Organismus ablaufen, wie die Universität Bonn mitteilt. Dabei werden die Antikörper so auf Kunststoffträgern fixiert, dass die Tests deutlich empfindlicher reagieren als frühere Verfahren.

Für ein Test-Kit wird der Antikörper chemisch an ein Trägersubstrat angebracht und anschließend mit der Probelösung versetzt. Antigene wie Bakterien, Viren oder toxische Proteine bleiben nur an ihrem speziellen Antikörper haften. Mit einem Färbetest kann zusätzlich die Konzentration der Keime festgestellt werden. Dabei wird zunächst ein Färbereagenz zugesetzt. Mit einem kleinen tragbaren Photometer kann dann die Tiefe des Farbtons bestimmt werden, die proportional zur Keimdichte ist.

Die Kunststoffträger bestehen aus Polyethylen, Polypropylen oder Teflon. Diese Stoffe werden so behandelt, dass sich an ihrer Oberfläche reaktive Molekülgruppen bilden. Daran werden die Antikörper räumlich so angebracht, dass eine möglichst hohe Empfindlichkeit des Tests gewährleistet wird. "Denn Moleküle, die bildlich gesprochen ihre Köpfe in das Substrat stecken, tragen zum Test nicht bei", sagt Michael Keusgen von der Universität Bonn. (APA)

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