Deutscher Automarkt besser als erwartet

27. September 2002, 15:51
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Prognose für Export optimistisch

Paris - Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet nicht mit einem schnellen Aufschwung in der Branche, geht aber für dieses Jahr von einem höheren Absatz für den deutschen Markt aus als zunächst angenommen. "Mit einem kräftigen Wind in den Segeln rechne ich nicht mehr, aber nach unten scheint der Markt eine Widerstandslinie gefunden zu haben", sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk am Freitag auf dem Internationalen Automobilsalon in Paris. Der Verband erhöhe daher seine seit Monaten unveränderte Prognose für die Neuzulassungen in Deutschland 2002 leicht von 3,20 auf 3,23 Mill. Fahrzeuge, was einem Minus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen würde.

Auch der Export der in Deutschland produzierenden Hersteller werde in diesem Jahr vermutlich etwas höher als ursprünglich angenommen bei 3,43 Mill. Autos liegen. Für 2003 bleibt der oberste Auto-Lobbyist vorsichtig, rechnet aber nicht mit einem erneuten Absatzrückgang. Den Aufschwung sehe er eher für die zweiten Jahreshälfte voraus. "Wir haben nach wie vor eine undurchsichtige Gesamtsituation."

Einsparungen in der Produktion

VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder sieht das Konzernergebnis in diesem Jahr durch Preisnachlässe für Autos und Sonderfinanzierungen wenig beeinträchtigt. So werde ein Teil der Kosten durch Einsparungen in der Produktion von 150 Euro pro Fahrzeug aufgefangen, sagte er am Rande des Pariser Automobilsalons der "Financial Times Deutschland".

Unterdessen hat die VW-Tochter SEAT am Freitag in Paris bestätigt, dass zehn Prozent der Produktion des Ibiza ab Januar 2003 von Spanien nach Bratislava ausgelagert werden. In der slowakischen Stadt würden künftig pro Jahr 20.000 Autos des Ibiza hergestellt. In dem spanischen Werk bei Barcelona hätten die Gewerkschaften die zusätzliche Arbeit an fünf Tagen im laufenden Jahr abgelehnt. In Bratislava baut VW unter anderem den in Paris vorgestellten Geländewagen Touareg.

Auch Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac schaute am Freitagvormittag auf dem smart-Stand vorbei. Im Zentrum von Chiracs Interesse standen jedoch die französischen Hersteller. Der "Mondial de l'Automobil 2002" ist ab diesem Samstag für das Publikum geöffnet und dauert bis zum 13. Oktober. In diesem Jahr präsentieren die Autobauer mehr als 50 Weltpremieren, darunter zahlreiche Spaß-Mobile und neue Limousinen in der Luxusklasse. (APA/dpa)

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